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Re: [IP] Rochade

Verfasst: So 3. Jul 2016, 13:36
von Fabi
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Seatle, Downtown - Nach dem Treffen im Mantiou:
Das Fenster klapperte durch die Windböen und Regen prasselte stetig gegen das andere Fenster. Der Sonnenaufgang warf fahles Licht durch die halbgeschlossenen Jalousien, Cole saß auf der Bettkannte und trank Whisky aus der Flasche, in seinem Kopf wütete ein Tornado, Gedanken wurden gefasst und weitergesponnen, sogleich wieder unterbrochen und durch neue Gedanken ersetzt, Assoziationen wurden gefasst und der eigentliche Ausgangspunkt verloren. Tatsachen wurden in diesem Gedankenstrudel total verdreht, Absichten hinterfragt und unwichtige Details wurden zum Beweis der verzerrten Pseudorealität erkoren. Und im Hintergrund dieses Tornados lag rohe, dumpfe, unterdrückte Wut. Die nur zu gerne sich in Gewalt entladen würde. Eine Anzeige wurde auf die Innenseite von Coles Brillengläsern projiziert, die Wirkung seines Medikamentes ließ nach und der Vorrat war erschöpft. Der viele Alkohol verstärkte den Schub deutlich. Cole wankte zum Medizinschrank im Bad, er musste sich kurz am Türrahmen festhalten, und holte mit zitternden Händen eine Ampulle aus der Innenseite der Schranktür. Er torkelte zurück und ließ sich auf das Bett fallen, kurz lag er so da und ergab sich dem Sog in seinem Kopf. In seinem Kopf gab es tausende Coles, doch nur einer war auf die Realität geeicht, sein Anker, dieser Cole durfte nicht in den Abgrund gerissen werden, doch der Tornando war mächtig, eine mächtige Naturgewalt bestehend aus reinen mentalen Chaos. Mit seiner ganzen Willenskraft zog er sich sein T-Shirt hoch. Sein Finger wanderte unter seine Brust, er klappte einen Hautlappen hoch und taste nach einem Anschlussstück, dort setzte er die Ampulle an. Sein DNI war wegen den überschlagenen Gedanken deaktiviert, deshalb tastete er vom Hautlappen aus weiter nach links bis er unter der Haut einen kleinen Druckknopf fühlte. Er drückte ihn und gab somit dem Injektionssystem die Freigabe für die angeschlossene Flüssigkeit. Ein warmes Gefühl breitete sich von der Brust ausgehend in Coles Oberkörper aus, als das Medikament wohldosiert dem Organismus zugeführt wurde. Wenig später spürte Cole einen angenehmen Druck auf seinen Stirnlappen und eine wohlige Dumpfheit überkam ihn. Der Tornado verlor an Kraft, der Sog ließ nach und der Tornado entfernte sich langsam, er verschwand nie ganz doch er war nun weit weg, nur noch am Horizont erkennbar und Cole war alleine.

Einige Stunden später saß er wieder auf der Bettkante und hielt sein Kommlink in den Händen, Gedankenversunken war er durch die Matrix gesurft und begann nun seine Kommlink-Programme neu zu ordnen. Dabei fiel sein Blick auf die SIN die im Kommlink gespeichert war, er zögerte kurz, dann öffnete er sie, mit dem Holoprojektor. Das UCAS-Hoheitswappen erschien im gelben Licht und eine SIN-Nummer wurde angezeigt, daneben stand ein Name, Liam Rigby.
Liam Rigby war 34, starkübergewichtig und Matrixdesigner. Er besuchte die Maine School of Science & Mathematics in Limestone, im Bundestaat Maine, dort hatte er gute Noten in Matrix-Informatik und fiel durch seine Zurückgezogenheit auf. Er verbrachte die gesamte Freizeit über in der Matrix und entfremdete sich zunehmend von seiner Familie und seinem sozialen Umfeld. Aus ihm wurde ein guter Informatiker aber um sich aus der Masse an Matrixdesigner abzuheben fehlte im leidglich das nötige Talent. Mit 19 zog er nach Seattle für ein Jobangebot einer mittelständigen Softwareschmiede und riss so hinter sich die letzten Brücken zu seinem alten Leben, und seinen letzten sozialen Kontakte, ab. Der Job hatte den angenehmen Umstand, dass er von zu Hause erledigt werden konnte. Liam verlagerte nun sein Leben vollkommen in die Matrix. Während des Matrix-Crashs von 2064 starben seine Eltern bei einem Autounfall, als die Verkehrsleitstelle verrücktspielte und autonome Fahrzeuge Amok liefen. Liam registrierte den Verlust seiner Eltern doch fuhr er nicht zu der Beerdigung, er war in der Matrix beschäftigt und hatte schon lange nicht mehr die Wohnung verlassen. Im Jahre 2068 beendete Liam nach über 30 Stunden reiner Online-Zeit seine Matrix-Session, er erwachte aus der virtuellen Realität und blickte in das Gesicht eines Fremden, dieser grinste ihn an und steckte ihm etwas in die Datenbuchse. Zwei Stunden später wachte Liam auf. Er lag in einer Gosse und wusste nicht mehr wie er hieß oder wer er war. Ein seltsames verlangen überkam ihn. Sein Gehirn forderte Matrix-Eindrücke und er fand in seiner Tasche ein Chipabspielgerät und dazugehörige Chips. Mehr ist von Liam Rigby nicht bekannt…

Cole lebte schon seit zwei Jahren das Leben von Liam Rigby, er bezahlte seine Rechnungen als Liam Rigby, ging zum Arzt als Liam Rigby und abonnierte sein Pay-TV als Liam Rigby. Kyle kam damals zu ihm und meinte, dass er Kontakt zu einer „Organisation“ hätte, die ein besonderes Geschäftsmodell verfolgten. Sie suchten sogenannte „Schläfer“, Personen die am sozialen Leben nicht mehr teilnahmen und ihr gesamtes Leben in die Matrix verlagerten. Diese Personen kannte keiner, keiner wusste wie sie aussahen und dazu interessierte sich auch keiner für sie. Die Organisation kümmerte sich für eine fürstliche Summe um das Aufspüren und die Beseitigung des Schläfers, für den Rest war der Kunde zuständig. Als Cole die Wohnung übergeben bekommen hatte, kündigte er online Rigbys Job und löschte alle Social-Media-Accounts von Liam Rigby. In den ersten Monaten nervten einige Foren und Matrix-Community-Mitglieder, weil sie nichts mehr von Liam erfuhren, aber das dauerte nicht lange und bald interessierte sich keiner mehr für Liam Rigby. Kyle hatte, nach der guten Erfahrung von Cole, sich auch eine Tarnidentität zugelegt und lebte von da an das Leben von Stanley Rickard.
Eine gefälschte SIN muss leben, es müssen Rechnungen bezahlt werden, Transaktionen getätigt werden und verschiedene Vorgänge damit autorisiert werden, denn eine gefälschte SIN die zu flach ist fällt sofort auf. Am besten ist da doch eine echte SIN von jemand anderen und diese mit Leben füllen. Dieses Geschäftsmodel ist die Zukunft, denn an Schläfern mangelt es 2070 nicht…
Cole öffnete den Kühlschrank und holte eine Verpackung in schrillen Farben heraus. Er knickte die Packung in der Mitte und warf sie auf den Küchentisch. Die Verpackung begann sich knisternd aufzublähen. Nach einer halben Minute öffnete Cole die Packung und aß die dampfenden Soy-Spaghettis mit Soy-Hackfleischbällchen. Er schaute auf die Uhr er musste bald los.

Cole schob das Rolltor des Juweliers hoch und ging die steile Kellertreppe nach unten. Er zog die Karte durch den Schlitz und die schwere Panzertür öffnete sich. Tabakqualm kam ihm entgegen, als er den schwach beleuchteten Raum betrat. Butch, der an einem dunklen Tisch saß und eine Schrotflinte reinigte sah auf: „Hey Cole! Was läuft?“. „Alles Loco! Wie immer“. Er wandte sich an Brian, der gegenüber von Butch saß. „Hey Bro!“. Der Afroamerikaner mit dem Bürstenschnitt, saß vor verschiedenen Elektroteilen mit einem Lötkolben und hob grüßend die Hand. Butch streckte Cole die Flinte entgegen: „Schau dir mal das Schätzchen an“, doch Cole winkte ab „Ich muss zu Kyle!“. Er durchschritt den schwülen Raum und betrat, dass dahinter gelegene Büro.
„…das Vieh reißt ihm das Bein ab…Alter!...Oh Shit und jetzt zerdrückt er den Brustkorb, wäre ich nicht schon so ein abgehärteter Hurensohn, müsste ich wohl kotzen“, dann erklang wieder das heisere Lachen.
Im Raum befanden sich drei Schreibtische mit Workstations, alle Tische waren mit Papieren, Ordnern, Tassen, Verpackungen, Patronen und anderem Krimkrams übersät. Am mittleren Schreibtisch saß Kyle in einem großen Boss-Sessel, der Ork hatte einen krausen Afroschnitt und trug ein halbaufgeknöpftes Hawaiihemd, auf der Brust lag ein protziger goldener Davidstern, der an einer dicken Goldkette befestigt war. Er sah Cole und plapperte los „Ey Pothead, guck dir das an, wurde gestern in Jakarta aufgenommen“. Cole erhielt eine AR-Feed-Anfrage, die er bestätigte. Ein Popup von einer Streamingplattform, die „show_me_reality“ hieß, erschien. Es zeigte einige Spezialkräfte die den Eingang eines Konzerngebäudes bewachten, die Einheiten waren in schwere Ganzkörperrüstungen gekleidet und schwer bewaffnet. Der Winkel der Aufnahme ließ darauf schließen, dass es sich um eine Überwachungskamera handelte. Plötzlich fing, am Ende des Bildes, die Luft an wabern und es schien als würde der Raum sich krümmen. Eine Gestalt materialisierte sich. Sie war monströs und Cole konnte sich nicht erinnern, jemals so etwas in einem Film gesehen zu haben. Die monströse Gestalt packte mit seinen drei Pranken, den ahnungslosen Sicherheitsmann und riss ihn wie ein Blatt in zwei Teile. Der zweite wurde verdreht, so als würde man ein nasses Handtuch auswringen. Die anderen begannen nun auf das Astralwesen zu feuern, doch die Kugeln konnten, dem Geist nichts anhaben. Es mähte sich durch die Restlichen mit gleicher Brutalität. Cole sah sich das stumm an und betrachtete mit einem Schauer, die Gedärme, abgerissenen Extremitäten und das viele viele Blut. Dann war der Stream zu ende. Kyle schaute fasziniert zu Cole und versuchte seinen Ausdruck zu deuten. „Harter Toback, nicht wahr?“, „Ich weiß ja, dass du ein krankes Schwein bist aber musst du dir jetzt schon so was reinziehen um überhaupt noch was zu spüren?“ erwiderte Cole und schloss das Popup. „Wie kann man bitte Zauberer frei rumlaufen lassen, wenn die so eine krasse Scheiße abziehen können, sag doch mal…“. Kyle wandte sich zum rechten Tisch und sprach zu Bob. Bob war für die Matrix zuständig und schien in seine Arbeit vertieft zu sein. „Hey Bob!“. Bob ignorierte Kyle, was das Beste war, was man machen konnte, wenn man den ganzen Tag mit Kyle in einem Raum verbrachte. Kyle wandte sich daraufhin an Cole „Alle Zauberer sollten hängen, das sag ich dazu. Guck dir doch an zu was die fähig sind“. Cole schmunzelte bei der Polemik, Kyle war schon immer begeistert von allem Astralen gewesen und saugte alle Informationen darüber ein wie ein Schwamm.
Es klopfte an der Tür. „Ja!“ rief Kyle und die Tür öffnete sich. Es kam ein breiter Mensch herein. Er trug Glatze, grüne Bomberjacke und schwere Stahlkappenstiefel. Sein Gesicht war rund und rosa und die Backen hingen wie die Lefzen einer britischen Bulldogge herunter. Die Unterlippe war an beiden Seiten gepierct und ein dickes schwarzes Hakenkreuz prangte vom Halsansatz, über den Kehlkopf bis unters Kinn. Es war Mitch, der kleine Bruder von Butch. „Hey Boss, hab die Ladung abgegeben, ist sonst noch was zu tun?“. Kyle wandte sich zu Bob „Überweis dem Kleinen sein Geld“ dann sprach er zu Mitch „Nein, du kannst abhauen, bleib aber erreichbar“, Mitch verließ daraufhin den Raum. Mitch war schwul und hatte sich vor zwei Jahren mit HIV infiziert, auf die Bitte von Butch, gab Kyle im einen kleinen Handlangerjob, damit er sich die Medikamente leisten konnte. Cole wusste Mitch harte Faust und seine, an Blödheit grenzende Todesverachtung zu würdigen, aber Mitch hatte in vielerlei Hinsicht nie die Pubertät verlassen, was Cole auf Dauer als sehr anstrengend empfand.
„So Cole, jetzt sag mal wie dein Treffen in Loveland war“ Kyle lehnte sich weit nach hinten und grinste breit.
„Sehr guter Job und die anderen Jungs wirken kompetent“, Cole schlenderte zu einem freien Stuhl und ließ sich rein plumpsen. „Check die mal durch“, er schickte Cole, die Fotos von den drei Runnern, die er im Hinterhof des Manitous mit seiner Brille geschossen hatte. Kyle sah sich die Bilder an und schürzte die Lippen „Mh – nie gesehen. Bob jag die Mal durch die Datenbanken“.
Cole hatte Kyle gerade vom Treffen mit dem Johnson zu Ende geschildert, da sprang Bob auf.
„Der Elf ist ein BULLE!“. Kyle sprang ebenfalls auf „Scheiße Cole, hast du die Klamotten von gestern an!?“. Cole sprang jetzt auch auf, der Stuhl fiel um, er riss sich den Mantel und das T-Shirt vom Leib. Kyle kickte einen Beistelltisch zur Seite und ließ sich vor dem dahinter liegenden Tresor fallen und drehte hektisch an dem Knopf. Er öffnete die Tresortür und warf Cole eine schwarze Sporttasche zu. „Werf alles da rein! Die ist Wi-Fi isoliert!". Cole tat wie ihm geheißen und stand danach nur noch in Boxershorts gekleidet, in Kyles Büro. Er knirschte mit den Zähnen. Kyle schickte Brian los mit der Tasche ein paar Ecken weiter zu gehen und dort die Kleidung nach RFIDs zu untersuchen, als er wiederkam berichtete er, dass der Mantel mit einem Stealth-RFID markiert war.
„Die Polizeiakten von Undercover-Bullen werden aus dem System genommen und verschlossen. Es nicht sieht so aus, als ob Lone-Star gleich hier reingestürmt kommt. Trotzdem ist er ein Bulle und ein Schnüffler, du solltest das klären!“ Er warf Cole eine Colt Manhunter zu. „Ist mit Explosivgeschossen geladen und hat einen Selbstzerstörungsmechanismus". Er lachte dreckig

Re: [IP] Rochade

Verfasst: So 3. Jul 2016, 18:27
von Dialog
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Seattle, Downtown. Kurz vor dem Treffen im Layway
Lerenthiel ging nach einem erschöpfenden Arbeitstag zu der Mietgarage, die Cole ihm geschickt hatte. Es war eine schäbige Gegend und die Garage sah auch nicht gerade neu aus. Der gelbliche Putz fing an abzublättern und zeigte den Beton darunter. Der Elf übermittelte über einen mentalen Befehl den von Cole erhaltenen Code und die Garage öffnete sich mit einem leichten klappern. Natürlich war sie innen nicht beleuchtet. Seufzend und kopfschüttelnd ging Lerenthiel hinein. Hinter ihm schloss sich das Garagentor wieder und nur eine spärliche Lampe beleuchtete trübe gerade mal 1/5 der großen Garage. Sie war innen erstaunlicher weise sauber aufgeräumt und enthielt einige Regale mit Kartons. Der Inhalt dieser war nicht immer ersichtlich. Gerade als der Elf auf Infrarot-Sicht umschalten wollte, kam ein Mann aus einer der vielen dunklen Ecken des Raumes gelaufen, zog seine Ares Predator und richtete diese auf sein Gegenüber.

Cole hatte eine Ares Predator auf seinen Gast gerichtet. Dabei stand er nahe genug um garantiert zu treffen, aber immer noch außer Reichweite von Lerenthiels Armen. Cole schaute ihn grimmig an und warf ihm etwas vor die Füße. Der Elf versuchte sich seine Angst nicht anmerken zu lassen, jedoch konnte er die charakteristische Weitung seiner Augen nicht vermeiden. Ansonsten blieb er völlig ruhig. Kaum war der Gegenstand vor den Füßen von Lerenthiel gelandet, sprach Cole auch mit unterdrücktem, eisigen Zorn.

„Was sollte das Du kleiner Splasher? Dachtest wohl ich finde dieses scheiß Ding nicht?“
Lerenthiel wusste aus seinem Training, dass es hier besser war in die defensive zu gehen. Also hob er langsam die Hände und unterdrückte ein Zittern. Einem Raubtier Schwäche zu zeigen war in dieser Situation fatal. Gerade einem Raubtier, das eine geladene Waffe auf einen richtete. Vorsichtig antwortete Lerenthiel: „War den Versuch wert. Ich fand' es bisher immer gut den Bewegungsradius eines Kollegen zu kennen.“

„Hast Du Wichser das bei den Stars gelernt? Was soll der Scheiß? Bist ein Du ein Undercover-Bulle?“ Cole andere Hand, die keine Waffe hielt, zuckte etwas, als ob er sich zusammenreißen müsste nicht sofort abzudrücken.
Lerenthiel stellten sich da die Nackenhaare auf. Ein Killer war eine Sache, aber einer, der Zuckungen hat, eine ganz andere. Außerdem, was noch viel wichtiger war, hatte er Infos über sein früheres Arbeitsleben als Lone-Star-Polizist. Ein beunruhigender Gedanke schoss Lerenthiel durch den Kopf. Einer aus seiner früheren Einheit hat geredet. Kannte Cole etwa sein zu Hause? Oder schlimmer noch die Geschichte zu Tilethiel. Als Lerenthiel sich eine Antwort überlegte, kam Cole näher, aber nicht weit genug, und fragte nochmal nachdrücklicher: „Bist Du Splasher ein Scheiß Undercover-Cop?! Rede!“

Jetzt machte sich Panik in Lerenthiel breit und drohte seine Kehle zu zuschnüren. Sein Herz raste und das Blut schien auf einer deutschen Schnellstraße zu fahren. Ohne groß nachzudenken rief der Elf: „Nein, scheiße, bin ich ich nicht. Wenn Du Kontakte hast, dann solltest Du wissen, dass ich aus dem Dienst ausgestiegen bin.“
Währenddessen überlegte Lerenthiel, wer geplaudert hatte. War es Marten, Greg, Luise?
Cole schaute dem Elfen fest in die Augen, Waffenarm und Blick ruhig wie Stahl.

*Peng* der erste Schuss ging ins Knie. Man konnte gut hören, wie Gewebe riss und Knochen barst, als der Elf stürzte. Dann ein kräftiger Schlag ins Gesicht, während er rückwärts zu Boden ging. Zuletzt ein Schuss in den Kopf, genau zwischen die Augen, wodurch große Teile des Gehirns auf dem Boden verteilt werden.
>Nein, so nicht<, dachte Cole und er tippte sich mit den Fingern der linken Hand auf den Oberschenkel.
Lerenthiel lief der Schweiß runter. Der Typ hatte eindeutig eine Macke und war damit nicht berechenbar. Der Alptraum eines jeden Cops. Cole blickte ihn immer noch mit einem durchdringenden Blick an. Vielleicht war es an der Zeit in die Offensive zu gehen.

„Ich versichere Dir, dass ich keiner bin. Du kannst mich auch hier und jetzt erschießen. Das Problem ist, dass dann einer fehlt, ich keine Informationen weitergeben kann und wir Gear Dog wohl nicht innerhalb der 5 Tagen kriegen werden. Damit geht viel Geld flöten. Geld das ich gut gebrauchen kann. Also entscheide Dich.“
Cole schaute ihn eine Zeit lang fest in die Augen. Die Zeit schien sich endlos zu auszudehnen. Nach gefühlten Stunden meinte Cole: „Ich könnte Dich auch einfach töten und mir die Informationen aus Deiner Leiche holen.“
Nun war es an Lerenthiel zu wölfisch zu lächeln: „Ich bin kein Idiot. Die Infos sind gesichert an einem anderen Ort.“
Cole schaute relativ cool den Elfen an, obwohl er Wut in sich spürte. Aber auch etwas Respekt. Endlich nahm Cole mit einer lässigen Bewegung die Pistole runter.
„Du hast Glück, dass die Bezahlung so unverschämt hoch ist. Sonst wäre das anders ausgegangen, Bulle.“
Danach schlenderte er einfach aus der Garage raus, als ob nichts passiert wäre. Lerenthiel stand eine Zeit lang entgeistert da und brauchte etwas Zeit, um herauszufinden, was gerade passiert war. Etwas steif folgte er dann Cole.

Re: [IP] Rochade

Verfasst: Di 12. Jul 2016, 10:56
von Fabi
-33-

SL:
Nancy dachte noch einmal darüber nach, und sie kam dem Fehler immer näher auf die Schliche, sie arbeitete 40 Stunden in der Woche für Aurora Designs, ein schlechtbezahlter Job im Datamanagement. Datamanagement bedeutet, Daten sichten und archivieren, ein Job den ein Agentenprogramm in einem Bruchteil einer Sekunde ausführt. Aber Aurora Design ist die Tochterfirma von Novatech und Novatech ist wiederum Teil vom AAA-Konzern NeoNet und für einem patriotischen Konzern wie NeoNet war es selbstverständlich, ja eine Ehrensache und ein Teil sozialer Verantwortung, Arbeitsplätze für den kleine/n Mann/Frau zu schaffen, die eigentlich durch pure Rechenleistung obsolet geworden sind.
Dass dieser Job mit seinem 40 Stunden pro Woche aber so wenig abwarf, dass Nancy nicht einmal davon die Miete bezahlen konnte, dass der Vertrag von Seiten Aurora Design jederzeit kündbar war und eine Kündigung seitens Nancy mit einer Vertragsstrafe belegt war, dass in ihrem Vertrag stand, dass sie jederzeit versetzt und in anderen Abteilungen, ja gar Tochterunternehmen eingesetzt werden konnte und dass sie dagegen aufgrund der schon besagten Vertragsstrafe keine Wahl gehabt hätte dagegen zu widersprechen wurde bei den noblen und sozialen Absichten von NeoNet natürlich nicht erwähnt. Vorteil war, dass Nancy sich ihre 40 Stunde pro Woche selbst einteilen konnte, so arbeitete sie die 40 Stunden in 3 Tagen runter, damit war mehr als ein dreiviertel der Mietkosten eingebracht und sie konnte die restlichen 4 Tage der Woche unter ihren Zweit- und Drittjob aufteilen. Jede zweite Nacht arbeitete sie bei einem Sicherheitsdienst und bewachte 6 Stunden lang die Laderampe eines CostCo-Supermakts. Auch wieder ein Job den der technische Fortschritt überflüssig gemacht hatte, doch laut angeblicher Studien, solle ein Wachmann einen höheren Abschreckungseffekt erzielen als Überwachungskameras, so oder so gut für Nancy. Gerade arbeitete Nancy in einem Kiosk in Downtown. Downtown war vielgestaltig und dieser Kiosk an der Straßenecke einer 4-spurigen Verkehrsstraße hatte das Glück in einem der gepflegteren Teile gelegen zu sein. Der Kiosk war mal ursprünglich im Besitz und Nancys Opa gewesen, doch schon zu seiner Zeit wurden beinahe alle Kiosks und ähnliche Kaufläden im Privatbesitz unter einer Handvoll Institutionen aufgeteilt. Dieser Kiosk war im Besitz von Zimmermann’s Streetfood inc. Nancy gähnte und biss in ihren Energieriegel, ein extreme-Boost-Riegel, der straight-buisness Reihe von der Marke Natural Vat Technologie. Dieser Riegel schmeckte extrem widerlich, doch das viele Koffein und Taurin und die vielen anderen Stoffe in diesem Riegel peitschten einen durch den Tag, denn der Verzehr von zwei Riegeln entsprach der Wirkung von Kokain. Nancy kaufte nur noch Produkte der straight-buisness-Reihe denn sie waren auf Leistungssteigerung ausgelegt, außer die „Nachtsnacks“, die waren mit starken Schlafmitteln versetzt, damit man nachdem man den ganzen Tag sich durchgepuscht hat, abends einschlafen konnte. Eine Frau im Kopftuch mit einem kleinen Jungen an der Hand stand vor der Scheibe des Kiosks und lächelte zu Nancy. Nancy öffnete die Scheibe und bediente sie. Sie konnte die MetaMenschen die gegenüber der Straße wohnten gut leiden. Dort stand ein Wohnkomplex, ein moderner Komplex im kubischen Stil, der Platz bot für über 300 Wohnungen. Um dem Komplex herum war ein ordentlicher und gepflegter Grünstreifen. Im Innenhof, der nur von der nördliche und südliche Eingang erreichbar war, war ein gepflegter Park und eine schöne kleine Moschee die in Richtung Mekka ausgerichtet war. Der Wohnkomplex gehörte der Council of American Islamic Relation. Die dort ihren Mitglieder ein Wohnort boten, wo sie ungestört ihre Religion ausleben konnten. Nancy hing ihren Gedanken nach, da stand ein neuer Kunde vor der Scheibe. Nancy fiel direkt die Gesichtstätowierung auf, ein Kreuz zwischen den Augen. Er bestellte sich einen Lollypop.
Der Fehler übrigens war, dass CostCo zu Everyman gehörte, Zimmermann Streetfood inc zu Furba. Nancys Wohnung gehörte zur Visionary Desgin Works…alles NeoNet Kinder. So blieb das Geld im Kreislauf…

Re: [IP] Rochade

Verfasst: Mo 18. Jul 2016, 19:01
von Dialog
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Lerenthiel quetschte sich aus dem Auto und schlug etwas zu heftig die Tür zu. Die Fahrt war eine Quälerei für einen Elfen seiner Größe gewesen. Der Zwerg hatte wegen der Größe des Fahrzeugs etwas übertrieben. Für seinesgleichen war es wohl genug Platz, aber mit der ganzen Ausrüstung, die die anderen noch mitbrachten war es Lerenthiel einfach zu eng geworden. Natürlich hatte er eine andere Körpergröße und damit auch eine andere Beinlänge.
Wie dem auch sei. Er betrachtete das Gebäude der CAIR.

Sofort hatte er verschiedene Methoden zum Eindringen in das Gebäude fertig. Lerenthiel wusste, wo das Zimmer des Verdächtigen ist und überlegte, wie er am besten hingelangen konnte. Sein Blick war zuerst in die Ferne gerichtet, während er ebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen des Gebäudes analysierte und wie er diese am besten umgehen konnte.

>Über die Wände hoch klettern, oder besser über das Dach?<

Während er seine Optionen durchging, sah er eine Frau an einem Kiosk, direkt gegenüber vom Eingang des CAIR.
Die Frau war wohl öfter, bzw. länger da. Sie kannte wahrscheinlich die Leute, die ein und aus gehen. Sie wirkte nicht gerade, wie der gesprächige Typ, aber das konnte er hinkriegen. Immerhin hatte Lerenthiel ein gewisses Charisma, das der Elf ganz gut einsetzen konnte. Wahrscheinlich würde er so was aus der Frau rauskriegen. Er schaute kurz zu seinen Begleitern und meinte:“Ich frage mal die Frau am Kiosk, ob unser Freund da ist. Oder wisst Ihr, wo er gerade ist?“
Lerenthiel war schon halb zu der Frau gelaufen, lauschte aber immer noch, ob eine Antwort kommt.

SL:
Die triangulierte Position von Gavriel Arslans Kommlink wird beständig aktualisiert, das Icon leuchtet ungefähr auf der Höhe des 4. Stocks auf der Westseite des Gebäudes.

Cole kommt aus der Richtung des Kiosk mit einem Loli im Mund und einer Sporttasche um die Schultern hängend.
"Jesses, es ist am helligen Tag, meinst du nicht dass die da den gottverdammten heiligen Krieg ausrufen,wenn da ein Langohr an der Fassade hängt?"
Er lief am Elf vorbei als ob er ihn nicht kennen würde und blieb vor dem Kofferraum des Vans stehen und sprach weiter in sein subvokales Mikrofon.
"Dio mach mal die Tür auf! Ich hab hier ein bisschen Spielzeug dabei, falls was schief läuft". Er stellte die Tasche auf den Boden und wartete
"Haben wir was fliegendes? Was meinen die anderen?"

Kable schaut sich kurz um und greift in die Innentasche seiner Lederjacke um seine Fly-Spy Drohne rauszuholen. Die Hand festumschlossen um die Drohne wandert hinter seinen Rücken um sie dort zu starten. Er steht mit dem Rücken zum Van. Nach kurzer Programmierung fliegt die Drohne los um den 4. Stock auszuspähen. In Kables Brille öffnet sich ein kleines Fenster und er sieht alles was seine Drohne sieht.
"Ist schon unterwegs." Antwortet er durch sein subvokales Mikrofon zurück.
Kable schaut wieder auf sein Kommlink um die Position des Arabers im Auge zu behalten und meint: "Auf der Westseite im 4. Stock ist er."

SL:
Die Drohne steuert das erste Fenster an: Ein ordentliches Schlafzimmer, mit einem schmalen Bett und einem kleinem Schrank. Dann fliegt die Drohne an einen Balkon. Durch die Balkontür spähte sie in ein Wohnzimmer: braune Möbel überwiegen. Der Boden ist mit schönen Teppich überwiegend in zarten roten Farben ausgelegt. Bilder mit arabischer Kaligraphie hängen an dem Wänden. Ein Person kniet auf einem Gebetsteppich mit dem Rücken zum Balkon. Taschentücher liegen auf dem Boden unter großer Trauer bewegte er flehend seinen Oberkörper auf und ab


"Hey Kable link mal die Bildübertragung auch auf meine Brille. Du machst jetzt den Operator: koordiniere mit Dio die Überwachung der näheren Umgebung, halt die Position von dem Araber im Auge und verschlüssel unsere Kommunikation".
Cole öffnete den Kofferraum und warf die Tasche rein.
"Ich hab Handschuhe, Sturmhauben, Gummibänder, Kabelbinder, Zungenlöser und ein bisschen Artillerie dabei". Er schlug die Kofferraumtür zu und überquerte die Straße. Er lief einmal an den Grünstreifen entlang und schaute in den Eingangsbereich. An der Straßenecke blieb er stehen.
"Shadow am Besten gehst du rein. Aber ohne Kanone, im Eingangsbereich sind MAD-Scanner"

>Scheiß MAD-Scanner<, dachte Lerenthiel und verdrehte die Augen. Er ging zum Kofferraum und legte seine Walter Secura und das Vibromesser fast schon zärtlich ab. Immerhin hatte er die Waffen schon lange und war an deren Gewicht gewöhnt. Ohne diese herum zu laufen, war ein unangenehmes Gefühl. Irgendwie, als ob er nackt herum laufen würde. Natürlich hatte der Elf auch eine CQC-Ausbildung. Allerdings war die nicht sonderlich tiefgründig gewesen. Etwas, das er wahrscheinlich bald nachholen müsste. Danach drehte er sich zu Cole um und meinte: „Gib mir mal eine Sturmhaube. Bitte.“

Nachdem er die erhalten hatte und in einer seiner vielen Taschen versteckt hatte. Sicheren Schrittes ging Lerenthiel auf den Eingang zu und meinte dann über sein Subvokales Mikrophon:“Ich schicke Euch direkt Bilder von den Sicherheitsvorkehrungen im Gebäude. Ich werde mich erstmal umsehen, Fluchtwege markieren und mich dann hocharbeiten.“
Lerenthiel betrat das Gebäude durch den Haupteingang.

Kable macht ein paar Eingaben auf seinem Kommlink. "Die Kommunikation ist jetzt verschlüsselt und Cole du müsstest jetzt das BIld von der Fly-Spy empfangen." Er setzt sich in den hinteren Teil des Vans und macht die Tür zu. "Wenn Sicherheitsvorkehrungen im Gebäude sind könnte ich die umgehen und euch unbemerkt da durch bringen."

"Hast du eigentlich einen Plan Baumkopf? Hat überhaupt einer von euch einen PLAN?", äzte Dio vom Wagen aus. "Ich fahr in regelmäßigen Abständen um den Block und höre den Polizeifunk ab!"

SL:
Shadow betritt den Eingangsbereich und passiert dabei den ersten MAD-Scanner. An der rechten Seite ist einer großer Infostand zur Islamischen Gemeinde Seattle mit Kaffetischen und Sitzecken, links im Raum stehen Briefkästen und eine Konsole um in einer Wohnung zu klingeln. Ein Gang führt zu einem Aufzug und einem Treppenhaus. Gegenüber vom Eingangsbereich ist ein Empfang mit Sicherheitsschleuse mit integrierten verbesserten MAD-Scanner und Röntgen-Scanner die in den Innenhof führt, dort kann man einen schönen gepflegten Garten, mit Pavilons, Blumenfelder, Rosengarten und Spielplatz, am Ende des Parks eine schöne kleine weißgestrichene Moschee zu sehen. Am Empfang sitzt ein Sicherheitsmann und eine schöne Frau mit Kopftuch und bernsteinbraunen Augen, sie lächelt.

Lerenthiel schaute sich kurz die junge Frau am Empfang an und lächelte ihr gewinnend zu. Sie war womöglich etwas unerfahren, schien aber schon eine ganze Weile hier zu leben. Sie kannte wohl die Leute zumindest vom Gesicht her, die hier lebten. Womöglich würde sie Sicherheitsleute von Lerenthiels eintreffen in Kenntnis setzen. Einer der sichereren Wege wäre wohl sich anzumelden, zu behaupten, man hätte mit Gavriel Arslan zu tun und müsse mit ihm sprechen. Leider hatte Lerenthiel seine alte Polizei-Marke nicht, sonst hätte er die nutzen können. Wie dem auch sei, es müsste jetzt auch so gehen.
Der Elf drehte sich etwas müde um und meinte über sein Subvokales Mikrophon: „Ich gehe jetzt hoch zur ZP. 4. Stock, richtig?“


"Richtig, vierter Stock, wenn du dich nicht beeilt geht dem Kerl gleich die Taschentücher aus"

SL:
"Assalâmu alâikum" Hinter Lerenthiel betritt ein älterer Herr, er ist weiß und sieht europäisch aus, den Eingangsbereich. Das Empfangspersonal grüßt höflich zurück. Der Herr läuft zu den Briefkästen und schaut in einen hinein, danach biegt er links in den Gang ein und drückt den Knopf am Aufzug.

Cole ließ den Loli im Mund hin und her wandern. Er stand an der Straßenecke und beobachtete das Gebäude. Dann ging bog er links ab und ging die Nordseite entlang. Ein erblickte Müllcontainer und einen gepflasterten Weg der über den Grünstreifen zu einer Doppeltür führte. Auf ejnem Schild stand "Mülraum". Er verließ den Bürgersteig und lief über den gepflasterten Weg zu der Tür.
"Hier ist ein Müllraum, vieleicht komm ich hierüber rein. Kable hier ist ein Magschloss mir RFID Sensor, kannst du mir das knacken?". Cole maker te den Matrixknoten des Magschloss und lehnte sich mit dem Rücken an die Tür und beobachtete die Straße.

Der Elf ging ebenfalls zum Aufzug und stellte sich mit dem alten Mann zum Warten hin. Der Kommentar vom Kurzen fand er etwas widerlich, aber verzog möglichst nicht das Gesicht. Auf den Aufzug musste er nicht lange warten, dank der modernen Aufzüge, und stieg dann mit dem Herrn ein. Der Geruch des menschlichen Mannes war eine Mischung aus Mottenkugeln, altem Rasierwasser und Schweiß. Ziemlich unangenehm für einen Elfen. Aus diesem Grund hielt er etwas Abstand zum Mann und wechselte auf flache Atmung. So konnte der Geruch nicht zu viel Schaden anrichten.
„fi 'ay tabiq tarid?”, fragte der alte Mann.
„Hm? Entschuldigung, ich spreche noch kein Arabisch“, antwortete Lerenthiel.
„In welchen Stock wollen Sie? Und zu wem?“
„In den 4. Stock bitte. Will mich nochmal mit jemanden wegen der Konvertierung unterhalten.“
Der Alte lächelte und meinte: „Na dann wünsche ich viel Glück. Wie kamen sie darauf, zu konvertieren?“
Der Aufzug setzte sich zum Glück in Bewegung. Eine kurze Geschichte würde er dem Herrn wohl aufbinden können, bis der raus muss.
„Ach wissen Sie, da gibt es diese Frau und ihre Familie ist sehr traditionell, was das angeht....“
Der Alte lachte, meinte dann:"Es gibt immer eine Frau."
Dann ging auch schon die Tür des Aufzugs mit einem leisen Zischen auf. Der Mann verabschiedete sich noch und ging raus. Lerenthiel seufzte erleichtert und atmete auf. Über das Subvokale Mikrophon fragte er: „Wie ist der Status bei Euch?“

"Es hat aufgehört zu regnen, was wirst du machen wenn du oben bist? Anklopfen und ihn auf ein Kaffeekränzchen einladen - ah 'tschuldige bist bestimmt ein Teetrinker", rauschte Dios Stimme durch den Kanal. "Ich dreh noch eine Runde um den Block, auf V-TV läuft grad JINKO RYME, da wird mir nicht Langweilig, während du Löwenzahntee trinkst und über Gott und die Welt tratschst, im Innenhof kannst du ja gleich das Glaubensbekenntnis ablegen", er kicherte

"Kein Problem Cole gib mir kurz Zeit und das Schloss ist offen." Kable macht es sich in dem Van gemütlichund. Er schnallt sich sein Kommlink um dem Arm. Das Kommlink wird als Slave benutzt und ist mit dem Masterkommlink in seinem Kopf über Skinlink verbunden. Durch einen kurzen mentalen Befehl taucht er mit kalter Sim in die Matrix ein. Der makierte Knoten leuchtet fast wie ein Leuchtfeuer und ist leicht zu finden. Kable kontrolliert nochnal ob die richtigen Programme aktiviert sind und macht sich ans Werk die Firewal des Knotens schnell und unbemerkt zu durchdringen um das Schloss zu öffnen.
"Bin drin. Cole das Schloss sollte jetzt auf sein. Werde VR noch in der Matrix sein falls ihr was gehackt haben wollt."

Ein Klicken ertönte und ein Lämpchen am Kartenlesegerät sprang auf Grün um. Cole drückte sich mit dem Rücken gegen die Tür und verschwand im Müllraum. Der süßliche Geruch aus unzähligen Containern strömte in seine Nase. Ein Bewegungsmelder wurde aktiviert und der Raum in spärliches Licht getaucht. Cole sah sich um, er entdeckte eine Tür mit der Aufschrift "PERSONAL", doch die Tür war verschlossen und es befand sich kein Kartenlesegerät oder Keypad daran. Cole zog eine Pistole aus dem Schulterholster und zielte auf das Schloss. Doch er zögerte. Er sah sich noch einmal genauer um und sah nun am hinteren Ende des Raumes, dass dort an der Wand eine große Lüftungsschlitzblende angebracht war. Langsam ging Cole zu der Wand und schob einen Container beiseite. Die Blende war knapp einen halben Meter hoch. Er legte sich auf den Boden und begann kräftig gegen das Blech zu treten. Nach einigen kraftvollen Tritten, gab die Blende nach und Cole sah einen Schacht dahinter und hörte nun ein stetiges Brummen und Dröhnen. Am Ende des Schachtes konnte Er sehen wie künstliches gelbes Licht durch eine weitere Blende leuchtete. Der Schacht was so Eng, dass er beinahe stecken geblieben wäre, doch einige Tritte später stand er in einer Art Machinenraum. An der rechten Seite standen große Heizanlagen, die die gute 300 Wohnungen mit warmen Wasser versorgten, rechts große Klima und Belüftungsaggregate, in einer hinteren Ecke war eine Werkbank. Cole schlenderte dorthin. An einem Haken hing ein Blauerkittel, Cole schüttelte den Kittel und konnte das Klackern von Schlüsseln hören. Er durchsuchte die Taschen und fand einen Schlüsselbund und eine Hausmeister-Türkarte. Mit einem Lächeln im Gesicht sprach er "Bin drinne, fang schon 'mal an, bin gleich da, sag mir wenn ich dazu kommen soll" Mit einem Pfeifen stieg er eine kleine Metalltreppe hoch und öffnete eine schwere Eisentür und betrat einen sauberen weißen Flur.

>Wie sollte ich das angehen? Als Reporter ausgeben und ihn befragen wollen? Den Polizisten spielen? Dabei werde ich wahrscheinlich auf Widerstand antreffen. Womöglich wurde ihm gesagt, er solle kein Sterbenswörtchen erzählen, sonst bekäme seine Familie Besuch oder sowas. Also ist die erste Frage: Unter Druck setzen und Psycho-Spiele spielen oder ihn dazu bringen mir zu vertrauen?<

Während Lerenthiel so vor sich hin dachte kam der Funkspruch von Cole durch. Da kam Lerenthiel eine Idee, die etwas Aufmerksamkeit auf sich lenken würde. Dazu waren Coles auffälliges Äußeres eine gute Hilfe. Es würde den Zeugen vielleicht in eine Richtung der Kommunikation drücken. Wäre nur die Frage, wie es mit Cole dann weiter geht...
Aber dafür hat man ja ein Team, um Ideen auch zu besprechen.

Der Aufzug kam mit einem zischen an und öffnete sofort die Tür zu einem leeren Gang. Die Wände waren gelb gestrichen und die Türen aus einem dunklen Holz, zumindest von der Optik her. Die Lichter an der Decke waren hell und warm, der Boden mit einem braunen Teppichboden bedeckt. An manchen Stellen waren Flecken zu erkennen, die wahrscheinlich von Suppen oder ähnlichen kamen, die hier herumgetragen wurden.
Über das Subvokale Mikrophon fragte der Elf:“Hey Cole. Wie gerne würdest Du auf mich schießen? Ich hätte da eine Idee, wie wir den Zeugen vielleicht eher dazu kriegen mit mir zu reden anstatt ihn einzuschüchtern. Wie wäre es, wenn Du als bezahlter Killer auftrittst, um den Zeugen auszuschalten und ich versuche ihn zu retten?“

Kable springt mit seiner Persona zum nächsten Knoten und durchdringt die Firewall. Der Knoten sieht aus wie eine Art Wachraum. Es befindet sich am anderen Ende eine Konsole mit mehreren Bildschirmen. Im Knoten patrollieren Programme die das Aussehen von Sicherheitsbots haben. Kable macht sich auf dem weg zur Konsole und achtet darauf die Sicherheitsbots zu umgehen. An der Konsole angekommen analysiert er sie erstmal. Es handelt sich um die Kameresteuerung die allerdings mit einem Passwort verschlüsselt ist. Kable macht sich ans Werk das Passwort zu entschlüsseln und noch während der entschlüsselung bemerkt er wie ein Sicherheitsbot neben ihm steht und ein Analyseprogramm seine Persona scant. >Ganz ruhig< dachte Kable >Mein Schleicherprogramm wird es schon schaffen mich unsichtbar zu halten<. Die Analyse ist beendet und der Sicherheitsbot geht von Kable weg als wäre da nichts. >Geht doch und entschlüsselt ist die Konsole jetzt auch<. "Hab die Kontrolle über die Kameras" sagt Kable zu den anderen.

Cole mutete sich für die anderen Teamkollegen und sagte zu Shadow "Du glaubst gar nicht wie gerne", dann schaltete er wieder alle durch. "Was ist dein Plan? - ich bin in 3 Minuten da". Er bog am Ende des Ganges ab und näherte sich den Aufzügen. Eine Familie, eine Frau mit ihren drei Mädchen, alle trugen ein lockeres Kopftuch, stand mit Einkäufen vor der Tür, während die Mutter in ihrer Tasche nach der Magkarte suchte.Sie schauten alle entgeistert zu Cole, als dieser mit seinen schweren Stiefeln, dem nasse LederMantel, den langen Haaren und der auffälligen Tätowierung vorbei stapfte. Daß älteste Mädchen war im eine ältere Teenagerin in ihrem Blick lag Entgeisterung, Empörung aber auch ein Hauch Begeisterung und Faszination. Als Cole die Familie passierte zwinkerte er zu der hübschen jungen Frau und sie blickte beschämt zu Boden. Cole erreichte den Aufzug.
"Hab die Kontrolle über die Kameras" hörte er Kable im Ohr. "Sehr gut, achte besonders auf die Kamera im Eingang und gib Dio ein paar andere wichtige Kameras durch die er kontrollieren soll". Er verließ den Aufzug im vierten Stock. "So Shadow, du hast den Plan -was soll ich jetzt tun?"

„Du glaubst gar nicht wie gerne“, meinte Cole, was Lerenthiel einen gewaltigen Schauer über den Rücken laufen ließ und er zuckte unwillkürlich. Dieser Typ war nicht normal, womöglich bedingt durch seinen Lebensstil oder was auch immer. Es gab andere Probleme, um die sich der Elf kümmern musste.

„Wenn Du kannst, verhindere einfach, dass unsere Gesichter auf den Kameras gut zu sehen ist, bei dem Plan, den ich habe, wird vertuschen schwierig. Ich hatte überlegt, dass ich einfach anklopfe und sage, ich wäre hier um ihn zu retten. Dann kommst Du, Cole, um die Ecke ziehst deine Waffe und schießt auf uns. Bitte ohne zu treffen. Ich schnappe mir den Typen, renne mit ihm die Treppen runter. Dort wartet Dio, wir steigen ein und fahren weg. Wenn er fragt, von wem ich komme, sage ich einfach, dass ich von einer der Banden komme und wissen will, ob er was verräterisches über die Angreifer am Dock weiß. So gewinne ich vielleicht eher sein Vertrauen und bringe ihn zum Reden, als wenn er denkt, wir wollten ihn töten. Ach ja, es wäre gut, wenn Du auch auf den Wagen schießt. Die Unterhaltung mit ihm wird gestreamt. Wenn das nicht klappt haben wir ihn in unserer Gewalt und können ihn immer noch auf Deine Art ausfragen. Klingt für mich nach einem Win-Win. Was sagt Ihr dazu?“
Lerenthiel hielt diesen Plan für interessant, aber jeder Plan hatte natürlich Lücken, die einer alleine vielleicht zu spät sieht.

"Ja klar ihr fangt jetzt mal eben so eine Schießerei in Downtown an, wegen einem Zeugen, wo wir nicht mal wissen, ob der uns was wichtiges erzählen kann. Aber die größte Frechheit ist: DASS ihr auf MEINEN Wagen schießen wollt. Bist du eigenicht des Wahnsinns fette Beute!? Kable du willst doch wohl nicht bei so einer Schnapsidee mitmachen?"

Cole betrat den Flur wo Shadow stand und blieb am Ende des Korridors stehen. Er starrte zu Shadow und fixierte ihn. Er ballte die Fäuste und entspannte sie wieder. Das wiederholte er.

Der Elf verdrehte die Augen und verlieh seinem Ärger mit einer scharfen Antwort Luft:“Willst Du abgebrochener Zapfen eigentlich nur meckern? Erst zu spät kommen und dann nur jammern und keine Vorschläge machen.“ Eine kurze Pause kam, in der Lerenthiel tief einatmete, um seine Haltung wieder zu finden. Um einiges ruhiger meinte er:“Also gut, dann werde ich einfach klopfen, mich für einen Cop ausgeben und ihn ausfragen. Wenn es Probleme gibt, oder er nicht reden will, hole ich Cole dazu. Gefällt Euch das besser?“
Obwohl der Satz an die Allgemeinheit gerichtet zu sein schien, war durch die Betonung klar, dass er vor allem Dio meinte, der seine Meinung dazu sagen sollte.

"Dio habe eine gesicherte Verbindung zu dir hergestellt. Du müsstest jetzt die Kontrolle über ein paar Kameras haben. Zu euch Cole und Shadow. Egal was ihr macht das Sicherheitspersonal wird nur einen leeren Flur auf ihrem Bildschirm sehen. Ich beobachte eure Bewegungen um die Kameras früh genug auf Standbild zu schalten. Zu deinem Plan Shadow. Eine Schießerei würde Aufmerksamkeit erregen und vielleicht die Matrix Sicherheit erhöhen. Aber wenn der Araber bei uns im Van ist haben wir womöglich bessere Möglichkeiten an Infos ranzukommen weil er dann in unserer Gewalt ist. Bedenke auch das das Sicherheitspersonal keine Ahnung hat wer der Schütze ist und vielleicht nicht alle Personen aus dem Gebäude lassen. Du könntest auch erst die Cop Nummer durchziehen. Egal wie ihr euch entscheidet ich bin vorbereitet um euch ungesehen an der Sicherheitstechnik vorbeibringen kann."

„Ich sag Rock'n'Roll!“ Cole lüftete den Mantel, der dadurch die beiden Pistolenholster freilegte und wippte von einem Fuß auf den anderen und Fokusierte den Elfen, der an der Haustür stand

"WARTET! W-W-wartet!! Ich hab einen Adler steigen lassen, einen Straßenblock weiter steht der Star, außerdem führt jeder Fluchtweg über eine der Hauptverkehrswege, wir sind hier immer noch in Downtown, der Star kappt uns schneller den Weg als einer von euch Drachenfurz sagen kann. A-U-ß-E-R-D-E-M verlassen gerade knapp 100 Menschen die Moschee im Innenhof. Schlechtes Timing für euer Himmelsfahrtkommando"

„Hast du Schiss!?“

"Auf so ein Kindergartenspiel lass ich mich nicht ein. wie wäre es mit einem Kompromiss? -Baumkopf versucht erstmal die Copnummer und wenn dass nicht hilft könnt ihr euer kleines Drama durchziehen..."

Entschuldigend zuckte Lerenthiel die Schulter in Coles Richtung. „Also gut, dann halt so.“
Der Elf ging sicheren Schrittes auf die Tür und zückte seine falsche Dienstmarke, die ihn als Detektiv des 3. Reviers des SPDs auswies. Der Lone-Star-Stern prangte in der Mitte des ovalen Blechstücks, auf dem ein weiterhin noch die Dienstnummer und der Name zu sehen war. Als Name stand dort „Symnion Blake“.
Er stellte sich breit vor die Tür, klingelte, hielt die Marke hoch und meinte: „Hier ist Detektiv Blake vom SPD. Kann ich reinkommen?“
Gespannt wartete er auf die Antwort jenseits der Tür, die vielleicht etwas Licht ins Dunkel bringen würde.

Es dauerte einige Zeit bis die Tür langsam entriegelt wurde. Ein untersetzter Mann mit verquollenen geröteten Augen stand in der Tür und musterte den Elfen, dann trat er beiseite und deutete auf eine saubere gemütlich wirkende Couch. "Bitte setzen Sie sich, ich mache Çay".
Das Wohnzimmer ist aufgeräumt, es duftet nach Zimt und Sandelholz. Wenn man durch das Fenster blickt kann man die kleine Minidrohne erkennen die vor dem Fenster schwebt. Neben der Tür liegt ein Gebetsteppich mit mehreren benutzen Taschentücher. Der Mann geht mit hängenden Schultern in die Küche und beginnt mit den Vorbereitungen

Der Anblick des verweinten Mannes setzten einige Gefühle in Lerenthiel frei. Empathie, Mitgefühl, Angst und Wut. Viele Metas hatten Geschichten, vielleicht hatte dieser hier auch jemand Geliebtes verloren während der Schießerei. Nur zu gut kannte er das Gefühl von Trauer und Hilflosigkeit. Aber er war hier um zu arbeiten.

Er atmete tief durch, schob seine Gefühle zur Seite und kehrte zu einer rationalen Haltung zurück. Der Elf setzte sich auf die Couch und meinte zu dem Zeugen in einem sachlich-neutralen Ton:“Vielen Dank.“
Lerenthiel verhielt sich danach ruhig und saß kerzengerade auf der Couch. Als der Cay vor ihm abgestellt wurde, meinte er:“ Herr Arslan, ich würde gerne mit Ihnen über die Ereignisse am Hafen reden. Schildern Sie mir doch bitte die Vorgänge an diesem Abend.“

"Ich habe doch schon eine umfassende Aussage auf dem Revier getätigt."
Er atmete tief aus.
"Konnten sie die Leiche identifizieren - Ist es mein Bruder?"
Seine Lippen beben und seine Augen füllen sich mit Tränen.

Der Elf schaute den Mann bemüht eisern an. Hier ging es drum keine Empathie aufzubauen, auch wenn er fühlte, wie sich ein kalter Knoten in seinem Magen bildete. Er fühlte sich wie geschlagen und es kann durchaus sein, dass seine Gesichtszüge kurz entgleisten. Die Geschichte war Nahe an seiner dran und er wäre allzu gerne auf den Mann zugegangen und hätte ihn umarmt und getröstet. Aber das durfte er nicht. Auch wenn es Lerenthiel schwer fiel.

Er wusste, dass es einige Kollateralschäden gab, aber identifiziert wurden diese noch nicht. Die Gesichter waren anscheinend noch nicht rekonstruiert.
„Ich...“, Lerenthiel räusperte sich, weil seine Stimme kurz versagte. Von neuem setzte er an: „Ich kann Ihnen dazu leider noch nichts sagen. Es dauert noch, bis …. Es dauert noch. Ich weiß auch, dass sie eine Aussage bereits gemacht haben. Ich möchte sie dennoch bitten erneut die Ereignisse zu wiederholen. Es gibt neue Erkenntnisse, die ein anderes Licht auf die Ereignisse werfen.“
Bevor der Mann etwas einwerfen konnte, hob Lerenthiel die Hand und meinte:“Fragen Sie bitte nicht, welche Neuerungen es gibt. Ich darf diese leider noch nicht mitteilen.“

Der Mann starrte einige Zeit vor sich hin und nippte dann an seinem Tee. Dann schaute er dem Elfen fest in die Augen. "Mein Bruder hat vor einer Woche diese Wohnung verlassen und ist seitdem nicht mehr aufgetaucht, er meldet sich auch nicht mehr. Er war vor seinem Verschwinden viel an den Docks. Durch Recherche hatte ich die starke Vermutung ihn an diesem Abend dort antreffen zu können. Doch schon als ich ankam, sah ich die Rauchsäulen und konnte die Schüsse hören. Ich weiß nicht ob er noch lebt oder gestorben ist. Er war ein guter Mensch doch er war auch jung und voller Tatendrang, er hat sich verführen lassen und ist vom rechtschaffenden Wege abgekommen. Möge Allah im vergeben! Aber warum kommen sie hierher um mich zu quälen. Er Wurde wegen seiner Abkehr vom Islam zur Gewalt von der Gemeinde verstoßen. Ich habe meine Daten offen gelegt um eine Beteiligung auszuschließen. Warum ersparen sie mir nicht diese Schmach und lassen mich online eine Aussage machen. Warum kommen sie hier her und nicht Agent Shepperd? Können Sie sich vorstellen welches Leid ich erdulde?" seine Augen füllen sich wieder mit Tränen.

Lerenthiel hörte sich an, was der Araber ihm gegenüber zu sagen hatte. Zwar fühlte er sich zuerst dumpf und sprachlos, aber langsam kam eine andere Emotion sehr zu seiner Überraschung auf: Wut. Dieser Mann war traurig und gebrochen, ja. Aber er war auch ein Jammerlappen, der sich lieber selbst bemitleidete, als weiter zu machen.
Er stellte gerade Lerenthiels Schwäche dar, einen Punkt, den er überwinden musste, überwunden hat. Und dennoch nicht ganz. Der Mann war alles, was der Elf hätte sein können, wenn ihm nur etwas Willensstärke gefehlt hätte und das machte ihn wütend. Mit erschreckend kalter und ruhiger Stimme meinte der Elf:“Glauben Sie es gibt nicht ähnliche Schicksale, wie das Ihre? Ich mache das hier nicht zum Spaß, aber ich sehe auch, dass ich meine Zeit verschwende.“
Ruckartig und ohne weitere Worte an den Araber stand er auf und ging ohne auf den Mann zu warten oder zu achten zur Tür. Über sein subvokales Mikrophon meinte er:“Ich glaube nicht, dass er was taugt, aber wenn Du möchtest, Cole, kannst Du ihm zum Reden bringen.“
Der Elf öffnete die Tür und ließ sie offen stehen und schaute zu Cole. Auf sein Zeichen hin, würde er die Tür schließen und verschwinden oder, falls gewünscht, beim Verhör helfen.