[IP] Rochade

Stoffel
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Stoffel » Mi 27. Apr 2016, 21:47

-20-

Als Lerenthiel den Raum betrat, merkte er sofort, dass sich dort ein Anti-Kamera-System befand, genauso wie ein Jammer, wodurch sein Radar-Sensor den Geist aufgab.
Nachdem Lerenthiel die Summe hörte machte er große Augen und seine Hand zuckte in Richtung der Credsticks. Er konnte sich noch bremsen, bevor er sich in seinem Stuhl nach vorne lehnte, aber das Zucken war ziemlich eindeutig und seine Hand hing für eine gefühlte Ewigkeit einfach in der Luft. Die real vergangene Zeit war womöglich nur 1 oder 2 Sekunden, aber das sagte eigentlich schon genug aus, wenn nicht sogar zu viel. Langsam senkte er seinen Arm wieder und verschränkte die Arme wieder vor der Brust mit einem leicht tauben Gefühl im Magen, der wohl vom Schock herrührt. Die anderen haben es wahrscheinlich auch gemerkt, außer sie waren ebenso von der schieren Menge des Geldes überwältigt. Er guckte gar nicht erst nach den anderen, aus Angst jemanden zu sehen, der seine Bewegung bemerkt hatte. Mit diesem Geld könnte Lerenthiel seine Schulden fast halbieren. Und das alles nur, um jemanden ausfindig zu machen und zum Manitou zu bringen. So viel Geld....

Langsam aber sicher fing sein Gehirn sich wieder von dem Schock zu erholen und es begann zu arbeiten. Die geringe Warnung, dass die Person gefährlich sei, schien etwas untertrieben. 4 Leute auf einen anzusetzen heißt, dass der eventuell militärische Erfahrung hat und sich zu wehren weiß, oder dass sein Umfeld zu der schießwütigen Sorte gehörte. Die Person könnte ein Drogenboss sein, was aber unwahrscheinlich ist, da sie ihn a) lebend haben wollen und b) eine solche Frau, mit so vielen Maskierten, die keinerlei Gangtags tragen gehört wahrscheinlich nicht zur Mafia oder einer Gang. Nein, die Frau roch eher nach Con, denn nach Mafia. Auch die versteckte Drohung am Ende ihrer Auftragsbeschreibung entging ihm nicht. Sie würde nichts vergessen, sowohl Erfolg, als auch Misserfolg. Ein zweischneidiges Schwert also.

„Und wer“, Lerenthiel musste sich kurz räuspern, um seinen Kloß im Hals los zu werden „Und wer ist die Zielperson? Was wissen sie über diese?“
Zuletzt geändert von Stoffel am Di 3. Mai 2016, 16:00, insgesamt 1-mal geändert.

Tuffffy
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Tuffffy » Do 28. Apr 2016, 01:48

-21-

Dio fing langsam an sich der Situation bewusst zu werden in die er hineingeraten war.
Bei einer Summe wie dieser, musste die Zielperson extrem einflussreich oder mächtig sein. Die Frage war also: Warum heuern die grauen Leute 4 unzusammenhängende Typen an und keine eingespielte Gruppe?
Die Antwort ließ ihm einen kalten Schauer den Rücken runter laufen.
>>Weil wir verzweifelt genug sind um den Job anzunehmen.<<
Und er wusste das sie Recht haben. Zumindest bei ihm. Er konnte unmöglich zurückgehen und sagen das er den Job abgelehnt hat. Die Familie würde ihn nie wieder mit einer wichtigen Mission beauftragen. Und wer weiß wie weit sich Domenic in dieser Situation aus dem Fenster gelehnt hat.
Dann wäre da natürlich noch die Bezahlung. Mit so viel Geld ließ es sich eine Weile ganz gut leben.
Dem Elf schien es ähnlich zu gehen. Er sah aus als würde auf dem Tisch der Eine Ring liegen. Das war gut. Ein Mann der auf Geld aus ist, ist wesentlich einfacher einzuschätzen als jemand der keine bekannten Motive hat. Der Elf war zwar auf seine eigene Art gefährlich, aber Dio machte sich mehr Sorgen um die beiden Menschen die mit in den Raum geführt wurden.
Er wollte gerade den Mund aufmachen, als der Elf etwas heißer nach der Zielperson fragte.
Zuletzt geändert von Tuffffy am Do 5. Mai 2016, 00:13, insgesamt 1-mal geändert.

Fabi
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Fabi » Di 3. Mai 2016, 14:03

-22-

Cole saß am Tresen und wippte leicht zu der Musik, mit dem Finger zerfaserte er die Servierte, auf der sein Drink stand. Die Serviertenkügelchen schob er mit dem Zeigefinger hin und her und schnickte sie dann hinter die Theke. In seinem Kopf liefen die Szenen der letzten halben Stunde immer und immer wieder ab:

Er war wieder im Fighthaus in Loveland mitte. Die Hand landet auf Coles Schulter, ein handlanger der örtlichen Yakuza, ein kleiner Asiate mit schiefen Zähnen und zusammengewachsenen Augenbrauen, will ihm etwas, in seinen Augen wichtiges, sagen, doch bevor er den Mund aufmacht, schnellt Coles Hand nach vorne und Zeige und Mittelfinger bohren sich tief in die Augen des Asiaten. Dieser windet sich schreien nach hinten und hält sich die Hände vor die zwei dunkelroten Löcher, wo einmal seine Augen waren. Cole dreht sich sofort um und zieht eine Ares Predator, die Linke, und visiert den Yakuza an, der einige Meter über ihm am Geländer steht.


>>Stopp – Stopp – Stopp<<

Die Chancen so einen Schuss zu landen liegen bei 50% gab Cole vor sich selber zu. Außerdem sich mit der Yakuza anzulegen ist schon ein gewagter Schritt. Er spulte nochmal zurück:

Er stand am Stehtisch und schaute dem Kampf zu. Der Asiate kam, diesmal wartete Cole nicht bis er die Hand hob, er drehte sich um, schnappte den Kiefer des Asiaten, drückte seine Backen zusammen bis das Blut zwischen den Zähnen hervorspritzte, drückte den Lauf seiner Pistole unter seinen Kiefer und drückte ab. Danach stürmte er aus dem Laden, der verdammte Ork mit seinen gottverdammten billigen AR-Ramscheiern stand da und wollte etwas sagen. Cole nahm Anlauf und trat dem Ork feste gegen den Brustkorb. Dieser flog im weiten Bogen hinter sich und schlitterte bis zur nächsten Hauswand. Cole war direkt bei ihm, riss ihm das Plastikei aus der Hand und schlug ihn damit, bis dickes Blut aus den Ohren floss.


>>Halt –halt –halt. -Irgendwas hab ich vergessen. –Ah richtig.<<

Wieder wurden alle Szenen zurück gespult:

Er trank gerade aus seinem Bier. Plötzlich kommt so ein Vollarsch an den Tisch und will mit ihm über den aktuellen Kampf reden. Der Typ hat graumeliertes Haar und eine altmodische Collegejacke an. Cole schaut den Typen kurz an und schlägt die Flasche auf seinen Kopf, die Flasche zerspringt nicht, hinterlässt aber einen ordentlichen Cut, der sogleich zu bluten anfängt. Der Typ schaut überrascht und geschockt zugleich. Cole zerschlägt die Flasche an der Tischkante und springt auf den verdutzen Mann. Er sticht solange mit dem abgebrochenen Flaschenende zu bis ihm die Flasche durch die Hände rutscht und die Handfläche aufschneidet. Der Asiate kommt, Cole zieht sein Vibromesser und macht kurzen Prozess. Danach steht er zwischen dem umgeworfenen Stehtisch und Ausgang. Er zögert kurz. Ach scheiss drauf! Er zieht beide Pistolen dreht sich um und feuert auf den Yakuza, seine Leibwächter und die Geschäftsbesitzer, auf dem metallenen Steg. Funken und Querschläger spritzen vom Geländer. Alle zucken zusammen und gehen instinktiv in Deckung, doch diese Deckung gibt es auf dem Geländer nicht. Beide Ares Predator sind leergefeuert, Schießpulverqualm schlängelt sich empor, die Ladestreifen fliegen aus den Griffen, kaum erfassbar für die Augen, fliegen die Hände an die Schulterholster, holen die Ersatzmagazine heraus und stecken sie in die Pistolen. 3 von den 5 Männern liegen auf dem Steg, Blut fließt an einigen Stellen durch die Löcher des Geländers auf das Publikum herab. 2 Tot der andere windet sich und hält sich den Arm. Der Yakuza rennt den Steg entlang. Ein Leibwächter ebenfalls, nur in die andere Richtung. Cole feuert dem Yakuza mit seinem blauen Seidenanzug hinterher. Der rennt geduckt, mit Händen über seinem Kopf, um sein Leben. Die Funken schlagenden Schüsse kommen näher und mit ihnen die schrillen beissenden Knalle. Kurz bevor er den Steg zu Ende gelaufen ist, und somit in Sicherheit gewesen wäre, trifft ihn eine Kugel seitlich am Hinterkopf und schlägt auf der anderen Seite kurz über dem Ohr heraus, getroffen fällt er nach vorne, als ob er lediglich gestolpert wäre. Cole schaut zur anderen Seite des Stegs, der Leibwächter ist nicht mehr zu sehen. Ach egal, denkt sich Cole.
Er stürmt raus. Schießt dem Ork die Kniescheiben weg und schmettert ihm das Plastikei, mit den AR-Pornodarsteller, durch die Zähne in den Mund. Der Penner der ihn daraufhin nach Geld anschnorrt schießt er in den Bauch, so dass man nicht gleich stirbt. In der Seitengasse schnappt er sich den hässlichen blauen Hasenmenschen und will in gegen den Brathähnchenmann schme….



"Stitch und Balor seht zu, dass ihr jetzt abhaut, hier ist jetzt Feierabend..."
Cole wurde aus seinem Gedanken gerissen. >>Endlich geht’s los<<. Wenig später war der Barkeeper verschwunden und die andere Tür ging auf und sie wurden hereingebeten.
Cole nahm sein Whiskeyglas und gönnte sich einen großen Schluck, schlenderte am Maskierten vorbei und salutierte beim Vorbeilaufen, der weiblichen Maskierten. Er ließ sich in den, doch recht gemütlichen, Konferenzstuhl plumsen, lehnte sich weit zurück und legte seinen Stiefel auf den Oberschenkel.
Er schenkte nun zum ersten Mal den anderen drei Gestalten die nach ihm hereinkamen aufmerksam. Dann wandte er sich zu der Frau und hörte ihr genau zu.
Die Inszenierung machte Eindruck auf Cole und der versprochene Betrag umso mehr. Er überschlug im Kopf die Summe.
>>Das sind meine Lebensunterhaltkosten für ein Jahr<<
Wenn der Job gut laufen würde, mache ich mir gebratenen Wildlachs, japanische Art mit frischem grünen Gemüse, vielleicht Spargel.

Er überlegte kurz.
>>Ja selbst grünen Spargel könnte ich mir dann leisten. Eins- zwei- Mal auf jeden Fall<<

Dialog
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Dialog » Di 3. Mai 2016, 14:35

-23-

Die Auftraggeberin, sah wieder durch die Runde, der Ansatz eines Lächelns war für einen Bruchteil zu sehen.
"Ich werte dies als eine bindende Zusage aller Anwesenden“
Sie steckte die Credsticks wieder in die Tasche und holte im gleichen Zug einen Holoprojektor aus dieser. Sie stellte ihn auf den Tisch und sogleich strahlte weißes Licht aus dem Projektor und ein Bild materialisierte sich in der Luft.
Ein Foto, ein Mann um die fünfzig, kreisrunder Haarausfall, markant eckiges Gesicht, die Augen durch eine Sonnenbrille verdeckt, trägt Rollkragenpulli und Lederjacke, er hält sich ein Kommlink ans Ohr und dreht seinen Kopf nach hinten, genau in das Objektiv der Kamera. Im Hintergrund sind Hafencontainer und Kräne zu erkennen, scheinbar die Docks in Seattle. Das Foto ist etwas pixelig, was auf eine ungeheure Entfernung spricht, bei der Kameraleistung im Jahr 2070.
Neben dem Foto sind Daten aufgelistet:

Name: Pavel Skarzel
Deckname: Gear Dog
Geburtsdatum: 20.04.2014, Olomouc, Tschesische Republik
Aktionsraum: Seattle
(Haupt)-Aktivitäten: Schieberei, Schmuggel, Waffen-, Technologie-, Informationshandel


Die Frau meinte weiterhin: „Das Ziel ist seit einem Tag untergetraucht. Es wird von Ihnen verlangt es ausfindig zu machen und zu uns zu bringen...lebend!“
Der Name Pavel Skarzel oder auch Gear Dog sagte keinem der Anwesenden etwas. Alle schauten, in Coles Fall, stur auf die Frau am Ende des Tisches, während Lerenthiel den Blick der anderen suchte. Aber auch in deren Augen sah er kein Erkennen. Cole lehnte sich lässig nach hinten, eine Hand am Whiskyglas, Dio nahm sich vor, seinen Dominik nach Pavel Skarzel zu befragen.
Eine Sache, aber war ihm vorher schon bekannt. Dieser Mann arbeitete für kein Syndikat. Das war gut, denn es bedeutete das er wahrscheinlich von keiner Organisation geschützt wurde.

Lerenthiel erholte sich langsam von dem Schrecken und meinte mit nur noch leicht belegter Stimme: “Wo findet denn die Übergabe statt, gesetz dem Fall, dass wir die Zielperson erwischen?“
„Das erfahren Sie zu gegebener Zeit.“

Diese kurze und bestimmte Antwort ließ Lerenthiel aufhorchen, auch wenn er es sich nicht anmerken ließ. Das war ein deutlicher Unterschied zu seinen Lone-Star-Zeiten. Dort erhielten sie immer viele Informationen, um den Verlust möglichst gering zu halten. Das war wirtschaftlich und effizient. Aber hier... Hier ging es nur um den Job, der Meta war uninteressant. Zumindest für diese Frau. Das machte Lerenthiel nochmals klar, wie das neue Leben aussehen würde.
Auch Dio war etwas verwundert. Er war es gewöhnt bei Aufträgen nicht über alles Informiert zu sein. Das diente auch dem Schutz der Auftraggeber. Aber mit dem absoluten Minimum anzufangen, das war selbst für ihn neu.

Lerenthiel gab aber nicht so schnell auf und fragte weiter: “Was ist denn der letzte bekannte Aufenthaltsort der Zielperson?“
„Downtown Seattle Docks“, antwortete die Frau schnell, führte dieses Detail aber nicht weiter aus, was zu einem kurzen, unangenehmen Schweigen führte.
Auch die Frage, warum es diese 5 Tagesgrenze gäbe, wurde nur mit Schweigen beantwortet wurde.
Kable fragte daraufhin, als die Stille lange genug angedauert hatte: “Welche Fähigkeiten hat der denn?“
Diese Frage entlockte der Frau mit dem starren Gesicht eine Antwort, die scheinbar laut durch den Raum hallte, auch wenn sie nicht laut sprach: “Er ist ein Kriegsveteran der 2. Eurokriege und hat entsprechende Fähigkeiten. Er hat ein gut ausgebautes Schmugglernetzwerk und ist dementsprechend gut bewacht. Ein Kontakt ohne Empfehlungen ist nicht möglich.“

Wieder schien die Frau mit Ihrer Antwort etwas hinter dem Berg zu halten, aber sie gab keine weitere Auskunft.
Als die Stille sich wieder in die Länge zog meinte Dio: “Es läge in ihrem eigenen Interesse uns zu sagen was sie bereits wissen.Es würde uns eine Menge Zeit ersparen. Sie wollen doch schliesslich auch das wir Erfolg haben, oder?“ Natürlich ging es hier vor allem darum herauszufinden, was die Frau alles umsonst preisgibt.
Lerenthiel konnte sich die Antwort schon denken und sagte, vielleicht etwas vorschnell: “Dafür werden wir bezahlt, kleiner Rig.“
An diesem Punkt verfluchte Dio den Elfen innerlich. Das heist aber nicht das sie es uns zusätzlich kompliziert machen müssen. Lerenthiel entschied sich dazu, seinen Charme einzusetzen um etwas mehr aus der Dame herauszubekommen.

"Nun gut..." die Auftraggeberin lenkte zähneknirschend ein "Skarzel kam als hochdekorierter Veteran, des als "großen Dschihads" bekannten europäischen Konflikts, vor 18 Jahren, nach Seattle und etablierte schnell ein Schmugglernetzwerk, dass am Anfang vorallem die Ein- und Ausfuhr delikater Waren durch die NAN-Staaten ermöglichte. In den vergangen 10 Jahren entwickelte er sich zu einer unabhängigen Institution hier in Seattle, besonders an den Downtown Docks. Es gibt keinerlei Informationen, dass es Differenzen mit einem Syndikat gegeben hat, deswegen ist uns der plötzliche Grund seines Untertauchens genauso schleierhaft. Es scheint, dass Skarzel ein bedachter, diplomatischer und vorsichtiger Geschäftsmann ist, der lieber ein gewinnversprechenden Deal platzen lässt, als ein unkalkulierbares Risiko einzugehen, dies wird auch ein Grund sein, dass er sich bis heute als unabhängiger halten konnte. Mit ihm direkt in Kontakt zutreten ist schwer, da er ein zwiebelschichtiges Kontaknetzwerk mit vielen Kontakmännern aufgebaut hat" Die Frau stoppte abprubt und machte keine Anstalten weitere Informationen preis zu geben.
>>Man die Frau ist zäh, was Informationen angeht<<, dachte sich Lerenthiel etwas frustiert. Die Verhandlungen mit der Frau waren zäh.
Nachdem er die Informationen erhalten hatte, drehte sich Lerenthiel zu den anderen Gästen um und meinte: “Es ist wohl Zeit für eine Vorstellung. Mein Name ist Shadow.“

Dio quittierte diese kurze Vorstellung mit einem kurzen spöttischen Lachen und sagte: “Wie wärs mit Green Shadow? Dann halten dich die Leute vieleicht nicht für ganz so einfallslos.“
Lerenthiel entlockte dieser Kommentar ein leichtes Lächeln, was sich als zucken seiner Mundwinkel manifestierte. Sein Versuch diesen Spruch zu kontern ging leider etwas ins Leere:
„Wie wäre es dann bei dir mit Bronze Rasta??“
Das entlockte Dio zum ersten Mal ein echtes Lächeln „Gar nicht schlecht, ich behalts im Hinterkopf. Man nennt mich Dio. Glaub mir, wenn die Kugeln anfangen zu fliegen werden eure Stoßgebete eher an mich gehen.“
„Sehr theatralisch. Ich glaube ich bleibe aber trotzdem lieber bei Shadow.“, meinte Lerenthiel daraufhin und wandte sich den anderen zu, während er dachte, dass der Zwerg wohl an Selbstüberschatzung leidet.
Kable meinte nur kurz: “Mein Name ist Kable.“
Auch Cole fügte mit einem kurzen Nicken “Cole.“ hinzu

Die Frau übernahm dann direkt wieder den Gesprächsfaden: “Gut. Nachdem das geklärt ist, habe ich noch folgendes für Sie.“ Mit diesen Worten langte sie unter den Tisch und legte einen kleineren Metallkoffer auf den Tisch, öffnete routiniert die Verschlüsse und zeigte der Gruppe den Inhalt. Es waren 4 Kommlinks darin. „Dies sind 1x Kommlinks. Zur Sicherheit der Operation werden Sie uns mit diesen Geräten erreichen. Es ist nur eine Nummer eingespeichert. Bei Bedarf lassen wir Ihnen neue zukommen. Dennoch ist unser Vorrat an diesen Geräten begrenzt.“
Dio schien aber noch nicht mit der Frau fertig zu sein und meinte: “Wie siehts mit Arbeisgeld aus? Wenn wir mal jemanden Bestechen müssen zum Beispiel? Wird das Geld dafür vorgelegt, oder stellen wir das in Rechnung?“

Wieder einmal antwortete die Frau recht kurz und knapp darauf, mit der ihr eigenen Professionalität: “Wir werden Ihnen in solchen Fällen die Summe erstatten, sofern es zweckdienlich ist.“
Außerdem tat sie etwas, das Lerenthiel nicht erwartet hatte. Sie warf Dio die 4 Sticks mit einer geübten, präzisen Bewegung zu. Dio hatte keine Probleme diese aufzufangen.
Lerenthiel schaltete sich nun ein: “Wo wir gerade bei den Finanzen sind. Wann und wie erfolgt die Bezahlung?“
Auch hier wieder eine kurze Antwort:“Das Geld erhalten Sie bei der Übergabe.“
Dies war etwas zu unpräzise für Lerenthiel und er versuchte nach zu verhandeln, dass das Geld über ein Treuhandkonto ausbezahlt werden soll.
"Der Endbetrag wird auf ein Treuhandkonto hinterlegt, ein 10%er Vorschuss wird nach 5 Tagen zum Abheben bereit stehen, mehr kann ich ihnen nicht entgegen kommen." Eine der Wachen stöpselte ein Glasfaserkabel erst an den Holoprojektor und dann in eine Buchse in der Betonwand. Auf dem Projektor wurde die Seite einer renommierten Treuhandgesellschaft projeziert die die Angaben der Frau bestätigten

Bezahlung bei übergabe klang verdächtig nach einer Falle. Während der Elf noch am Verhandeln war, überlegte sich Dio welche Sicherheitsvorkehrungen er treffen konnte, um seine persönliche Sicherheit zu gewährleisten. >Sie sind am Gehirn interessiert. Vielleicht ein Sprengstoff-Halsband, das mit menen Vitaldaten verbunden ist? Nein, das würde sofort explodieren wenn sie wieder einen Störsender benutzen wie hier. Aber ich könnte einen Zeitzünder mit Zahlencode benutzen. Natürlich muss der auch Hacksicher sein. Den Code geb ich ihnen dann durch einen ihrer 1x Kommlinks wenn ich in sicherer Entfernung bin.<

Nach einer weiteren harten Verhandlung mit der Frau wandte sich Lerenthiel wieder an die anderen Runner. Seine Nerven waren etwas strapaziert nach den Verhandlungen, aber mit ruhiger Stimme fragte er die anderen: “Da wir jetzt alle zusammenarbeiten, wie wäre es damit Eure Fähigkeiten für diesen Auftrag zu nennen?“

Nach der Reihe schaute er Cole und Kabel an. Sofort, als Lerenthiel Cole betrachtete, meinte Dio: “Der sieht nach Muskeln aus!“
Cole schien das nicht zu beeindrucken, obwohl ein Zucken in seinem Gesicht zu sehen ist. Anstatt zu Antworten, machte Cole mit seinen Fingern Pistolen und schoss auf verschiedene, imaginäre Ziele. Aber der Zwerg war noch nicht fertig mit seinen Fragen: “Und du, Elfchen. Was ist denn Deine Spezialität?“
Lerenthiel lächelte ihn wölfisch an und meinte:“Ich komme so gut wie überall ungesehen rein.“ Danach glitt sein Blick zu Kable, der mit einem einfachen Wort antwortete:“Matrix.“
Lerenthiel meinte dann: “Hier ist meine Kontaktnummer.“ Auch die anderen tauschten daraufhin ihre Nemmern aus.

“Gut. Damit ist wohl alles geregelt. Ich vertraue darauf, dass Sie die Aufgabe zu unserer Zufriedenheit erfüllen.“
Lerenthiel nuschelte: "Und ich vertraue darauf, dass Sie uns bezahlen und am Leben lassen."
Dio lachte leise und murmelte nur: "Anfänger."
Damit drängten die maskierten Wachen sie aus dem Raum, mehr oder weniger energisch. Lerenthiel nutzte die Enge aus, um einer dieser Wachen ein Stealth RFID-Tag zuzuschieben, was er auch bei den anderen Runnern probierte. [Proben-Erfolg]

Auf dem Gang meinte Kable an Dio gewandt: “Hey, Zwerg. Das war nicht alles für Dich.“ Dabei klang er sehr bestimmt und es schien, dass er dabei keinen Widerspruch dulden würde.
Auch Cole blieb stehen und hielt stumm seine Hand auf.
Dio antwortete mit einer Frage: “Wirklich? Denn für mich sah es so aus als hätte sie die Sticks mir zugeworfen.“ Nach einem finsteren Blick seitens Kable warf er dem Menschen lachend einen der Sticks zu.
Lerenthiel überraschte die Bereitwilligkeit des Riggers und auch er streckte seine Hand aus und meinte: “Ich hätte auch gerne einen.“
"Das glaube ich gerne. Wie wärs wenn du reingehst und die nette Dame nach mehr fragst? Wir sollten ja eigentlich zu 7 sein, sie müsste also noch 3 haben. Ich wäre natürlich auch zum Teilen bereit wenn du mich ganz nett um einen bittest."
"Na gut, dann gib' mir bitte den Stick. Einen Zwerg, der Wert auf Manieren legt, sieht man auch nicht alle Tage."
Danach ging es in den kleinen Innenhof, in dem 2 Bikes standen und ebenso viele Destroyer da waren. Außerdem lagen in dem Innenhof einige Waffen offensichtlich rum, um jeden zu verschrecken, der irgendwas versuchen wollte. Der Innenhof war klein und mit Natodraht versehen. Die Destroyer öffneten das Tor und die Gruppe konnte das Manitou verlassen. Allerdings nutzte Lerenthiel die Gelegenheit, um die beiden Menschen auf Cyberware und Ausrüstung zu testen. Bevor der Elf den Innenhof verlassen konnte, meinte Cole:“Wir treffen uns um 13:00 Uhr im Layway.“
Dio meinte daraufhin:“Dann sehn wir mal zu was wir bis dahin rausfinden können.“ Das klang nach einer kurzen Nacht für alle Beteiligten.

Das war ein Cafe in Seattle Downtown, ein recht bekanntes sogar. Lerenthiel schalte sich innerlich, weil er desen offensichtlichen Punkt vergessen hatte, ließ sich aber nichts anmerken. Er nickte einfach und verschwand in der Metamasse, die immernoch in Loveland unterwegs war. Der Regen hatte nicht nachgelassen, sondern schien noch schlimmer geworden zu sein. Sobald Lerenthiel sich etwas entfernt hatte, fing er an das Signal der RFID-Tags zu verfolgen. Am meisten interessierte ihn der Bodyguard. Wohin der gehen würde, ließ vielleicht einige Schlüsse auf den Auftraggeber zu.
Zuletzt geändert von Dialog am Mo 23. Mai 2016, 17:14, insgesamt 1-mal geändert.

Blister
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Blister » Mo 23. Mai 2016, 16:29

-24-

Stan ist endlich froh wenn er aus Loveland rauskommt und geht zum nächsten Taxisammelpunkt. Während der Wartezeit wählt er die Nummer von Parker.
Es klingelt nicht lange. "Und wie ist es gelaufen."
"Ganz gut gibt ne menge Kohle um einen Typen Namens Pavel Skarzel zu finden. Kannste mir bitte Informationen über ihn besorgen."
"Für dich du ich doch alles. Gib mir nur etwas zeit."
"Ich danke dir dann bis später." Als er auflegt wird auch schon ein Taxi frei.
Im Taxi denkt er immer noch an die Belohnung den es für den Auftrag gab. Was man alles mit soviel Geld machen kann.
Die Heimfahrt dauert nicht allzu lange und Stan steigt 4 Häuser vorher aus. Er setzt sich auf die leere überdachte Bank die am Straßenrand steht und fängt an sich auf versteckte Knoten zu Scannen. Stan wurde schon einmal ohne sein Wissen verwanzt und hatt sich angewöhnt sich nach einem "Vorstellungsgespräch" zu untersuchen. Stan ist erleichtert und gleichzeitig betrückt das er nichts gefunden hatt. Er steht von der Bank auf und macht sich auf dem Heimwerk. Vor der Haustür liegt schon wieder der selber Penner der immer wenn es regnet sich es unter dem überdachten Hauseingang gemütlich macht. Ein kick von Stan und der Penner wacht auf. "Mach dich ab". Nach einen Seufzer steht der Penner auf und geht um die nächste Ecke. "Endlich zu Hause und ab ins Bett".
Allzulang ist der Schlaf nicht als seine Tochte Lea ins Bett springt. Nach einen Soykaff und einem gespräch mit Caty über die Lage macht Stan sich auf dem weg zum Treffen. Eine Hupe ertönt und Stan erwacht aus seinem Nickerchen im Taxi. "Scheiße Stau" meinte Stan, bezahlt den Taxifahrer und läuft das letzte Stück. Kurz vor dem Treffpunkt ruft Parker an und Stan nimmt das Gespräch an.
"Haste etwas herausgefunden?"

„Ich habe einige oberflächliche Recherchen getätigt. Es kommt uns zugute, dass viele Regierungen ihre Archive geöffnet haben, aber für diesen Fall musste ich einige Kontakte anzapfen und ein paar Kniffe anwenden. Mein vorläufigen Ergebnisse:
Pavel Skarzel wurde am 05.11.2010 eigentlich als Bohuslav Sobotka in Opava geboren.
Er beginnt mit 16 Jahren den Militärdienst beim tschechischen Militär und wird zum Fallschirmjäger ausgebildet.
2028 schließt er erfolgreich nach 2 Jahren Dienstzeit, die tschechische Einzelkämpferausbildung ab und bekommt diverse Spezialisten-Lehrgänge bewilligt.
2031 tritt er den internationalen Streitkräften der European Defense Force (EDF) bei, die die dysfunktionale NATO, unter Anbetracht der russischen Invasion Polens und Finnland, ablöst.
In Frankfurt an der Oder ist er bei dem zu teilen erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen die Rote Armee beteiligt.
Nach der erfolgreichen Abschlagung der Panzeroffensive nördlich von Berlin, wird er in eine Kommandoeinheit integriert. Er wird mit seiner Einheit in der Slowakei hinter den feindlichen Linien abgeworfen und kämpft bis zum 6ten Mai 2032 einen Guerillakrieg in den besetzten Gebieten der Slowakei, Tschechien und Polen. Stör- und Sabotageaktion und die Ausbildung, Logistik und Führung von Widerstandsgruppen gehören zu den Aufgaben, am Ende auch groß angelegte Operationen zusammen mit MET2000-Einheiten.
Danach sind die Dateien unvollständig, er überlebt den Nightwrath-Zwischenfall und ist beim Waffenstillstand am 24 Januar 2033 ein hochdekorierter Soldat der EDF.
Nachdem die Allianz für Allah erfolgreich Griechenland und den Balkan im Handstreich einnahm, wird Sobotkas Eliteeinheit für die Verteidigung Kärntens eingesetzt. Bei den besonders brutalen Kämpfen werden chemische und biologische Kampfstoffe eingesetzt.
Nach dem Zusammenbruch der Offensive ist er 2036 mit seiner Einheit bei der Befreiung Griechenlands beteiligt. Hier agiert die Einheit wieder hinter den Linien und führt Attentate auf Anführer und Sabotage gegen die diversen islamistischen Milizen aus.
Ende des Jahres 2036 wird er bei einer Kommandoaktion in den Bergen Serbiens verletzt, sein Bein unterhalb des Knies wird weggeschossen und er gerät in Gefangenschaft. 1,5 Wochen später befreien ihn italienische Spezialeinheiten. Boshuslav Sobotka verbringt den Rest der Eurokriege in einem Lazarett in Bochum und verlässt mit höchsten Ehren, hochdekoriert die EDF.
Durch seine Gefangennahme erfuhren die dschihadistischen Gruppen seine wahre Identität.
2052 immigriert er unter seinen neuen Namen Pavel Skarzel in die UCAS und gründet mehrere Logistik-, Spedition- und verschiedene Dienstleistungsfirmen.
Der Name Boshulav Sobotka steht auf etlichen Todeslisten Islamistischer Milizen und Terrororganisationen. Selbst in einer extremistischen Publikation aus dem Jahre 2068 taucht der Name in Zusammenhang mit den Eurokriegen noch auf.

Das ist nur ein kleiner Vorgeschmack, ich halte dich auf den laufenden."

"Ich danke dir. Du bist der Beste."
Parker schickt Stan noch eine Nachricht mit den Informationen die er gerade aufgesagt hat.
Stan erreicht endlich den Treffpunkt. Es ist 13:10 Uhr.
Zuletzt geändert von Blister am Sa 18. Jun 2016, 15:09, insgesamt 7-mal geändert.

Fabi
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Fabi » So 29. Mai 2016, 14:37

-25-

SL:
Ericas Komm begann zu vibrieren doch sie konnte nicht rangehen denn sie hatte zwei volle Bierkrüge in jeder Hand. Sie drehte sich schnell um und steuerte von der Theke den Tisch an, wo sie mit ihren Kollegen saß. Dabei passierte sie denn Billiardtisch an dem vier muskelbepackte von Testosteron strotzende Männer standen und sie anstierten. Auf ihren dunkelblauen Shirts stand „Lone Star SWAT District 9“ und alle trugen einen dämlichen Oberlippenbart. Vor einem halben Jahr entdeckte jemand in der Matrix alte 2D Krimi-Serien die fast schon hundert Jahre alt waren und wo die Schauspieler ebensolche Bärte trugen. Alle männlichen Mitglieder des District 9 SWAT trugen daraufhin geschlossen so einen Bart. „Hey Kleine“ einer der Polizisten der mit seinem Oberlippenbart besonders dämlich aussah flankierte Erica. „Das sieht schwer aus, lass mich das abnehmen“. Erica täuschte nach rechts an und drehte sich links an dem Cop vorbei. „Netter Versuch“ sagte sie über die Schulter und erreichte den Tisch.
„Ich weiß der Star ist eine Institution wo sich Tausende jährlich bewerben und die meisten Polizeikarrieren beginnen dort, die Ausbildung ist auch gut vor allem wenn man es in die Akademie von Milwaukee schafft. Aber Jungs und Mädels seid doch mal ehrlich, was erwartet euch danach? Beim Star Karriere zu machen ist doch ein lahmer Witz, ein Leben lang Streifendienst bei den Punks“ Er zeigte mit der Hand auf sein Brustlogo. „Bei Big K habe ich ein umfassendes Nachhol-Training bekommen, da lecken sich Star-Rekruten die Finger nach, dazu noch 10% Rabatt auf die meisten Ares Consumer Products Firmenprodukte, abwechslungsreiche Einsätze und Weihnachtsfeier bei einem Triple-A-Konzern. Man muss sich nur trauen seinen Job beim Star zu schmeißen und den Einstellungstest bestehen“, er grinste und schaute in die Runde. Erica stellte die Biere ab und rollte mit den Augen. Marten war ein Ex-Kollege und jetzt zu Knight Errant gewechselt. Eine lukrativer Wechsel, aber Marten hatte die unangenehme Art an sich, es den Anderen zu sehr unter die Nase zu reiben. Sie wandte sich dem Tisch ab, da Marten jetzt von dem Gebäudekampf-Training zu schwärmen begann und holte ihr Kommlink heraus. Ein Anruf in Abwesenheit von Lerenthiel. Sie ging zum Ausgang. In der Kneipe waren ausschließlich Polizisten aus Seattle anwesend. Die eine Hälfte war ausschließlich mit Lone Star Cops besetzt in der anderen Hälfte trafen sich die anderen Polizeiunternehmen der Stadt. An der Wand hing feierlich die UCAS-Flagge und an der Bar entlang eine lange Fotostrecke mit Bildern von pensionierten oder getöteten Polizisten, die Stammkunden in dieser Kneipe waren. Erica ging ins Freie. Die Kneipe war nur vom Highway aus zu erreichen und außer einer Tankstelle, einem Motel und einer Fastfood-Filiale, mit großer Donut-Lounge, gab es hier nichts. Die Seattle Skyline erstreckte sich hinter der Tankstelle über den gesamten Horizont und dahinter leuchtete schon die Morgenröte. Auf dem Parkplatz vor der Polizistenkneipe war reger Betrieb, Streifenwagen fuhren auf den Parkplatz und müde Polizisten stiegen nach langer Schicht aus, andere Kollegen unterhielten sich im freien beim Feierabendbier oder knutschten etwas entfernter mit einem Kollegen des anderen Geschlechts herum. Erica wählte Lerenthiels Nummer, ihre Gedanken hingen die letzte Stunde bei ihrem Ex-Kollegen und seiner gefährlichen Situation, sie hoffte, dass es im gut ging.

Stoffel
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Stoffel » Mo 30. Mai 2016, 21:17

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Lerenthiel ging mit den Händen in den Taschen die Straße lang und hatte den Kragen gegen den Regen und Wind aufgestellt. Er schaute finster drein, denn er wollte die feiernden davon abhalten ihn einzuladen oder anzusprechen. Natürlich könnte er die RFIDs orten und gucken, wo die verschiedenen Teilnehmer der Aktion wohnen, aber es gab erst mal wichtigeres. Der Bodyguard hat schnell das Gebäude verlassen und ist dann in den nördlichen Außenbereich von Loveland gegangen. Das war irgendwie ungewöhnlich, dachte sich Lerenthiel. Er hatte erwartet, dass diese Leute woanders wohnen würden. Wie dem auch sei, es war es wert sich das anzusehen. Vorsichtig näherte er sich den Zielkoordinaten und hielt seine Walter Secura und sein Vibromesser bereit. Nur eine Ecke trennte ihn von seinem Ziel, doch diese Gasse war verdächtig ruhig. Lerenthiel nutze einen Spiegel um um die Ecke zu schauen und sah.... nichts. Etwas verwirrt ging der Elf um die Ecke und senkte seine Pistole. Das Messer landete mit einer geübten Bewegung in seiner Scheide und Lerenthiel schaute sich die Gasse genau an. Dort lag ein schwelender, dampfender Rest von Kleidung. Die Überreste stanken erbärmlich nach Pisse und Phosphor. Außerdem waren die Ränder rötlich/gelb, was auf Ammoniak hinwies. Gut um alle Spuren zu verwischen.
>Verdammt<, dachte er. >Die sind auch etwas paranoid. Aber das müssen sie wohl, um in ihrem Geschäft zu überleben. Sollte ich mir vielleicht auch angewöhnen.<
Etwas frustriert trat Lerenthiel gegen die Überreste und ging aus der Gasse raus. Gerade als er seinen Gedanken trübe nachging, klingelte sein Kommlink. Es war Erikas Nummer. Das hebte Lerenthiels Laune und freudig nahm er ab und sagte auf Spanisch: „Hallo, Eri. Gut, dass Du zurückrufst. Ich könnte ein paar Infos gebrauchen. Hast Du gerade Zeit?“
Sie antwortete auf Englisch, wahrscheinlich war sie gerade mit den Kollegen, oder vielmehr ihren Kollegen, in der typischen Lone-Star-Bar am Highway. Der entfernte Lärm ließ zumindest darauf schließen. Früher war Lerenthiel auch in dieser Bar gewesen. Die Fotos an der Wand, der Geruch von Bier und Frittierfett, die lachenden Kollegen... Aber das gehörte der Vergangenheit an. Leider.
„Ja, schon. Was ist denn los?" Die Erleichterung in ihrer Stimme war deutlich zu hören. Sie hat sich wohl Sorgen um ihn gemacht. Eine tiefe Vertrautheit und Freude stieg in ihm auf und wärmte ihn, trotz des miesen Wetters.
„Ich bräuchte alles was Du an Infos hast über Pavel Skarzel aka Gear Dog. Wir....“
„Sag' mir lieber nicht zu viel. Dann muss ich nicht lügen, wenn man mich fragt. Also gut. Gib mir eine Stunde, dann rufe ich Dich nochmal an.“
„Danke, Eri. Bis später. Du hast was gut bei mir.“
„Hmpf. Damit wären wir bei 6 Gefallen. Wird Zeit, dass ich die mal einlöse“, brummte die Ork-Frau und legte auf. Damit hatte Lerenthiel Zeit für sich. Er schlenderte die Straße ziellos entlang und schaute nicht mehr ganz so grimmig, als ein weiterer Anruf kam. Der Elf hob verwundert die Augenbraue und schaute auf sein Kommlink. Als er die Nummer erkannte, verfinsterte sich seine Laune rapide und der Regen schien wieder stechend kalt zu sein. Er nahm das Gespräch an und sagte angespannt: „Ja?“
„Komm zu mir, ich habe ein paar Aufträge für Dich. Und beeil Dich, sonst gibt es weniger Bezahlung.“
„Ja, Boss“, knurrte Lerenthiel und legte auf. Sobald das Gespräch beendet war, fluchte er auf Sperethiel, und das nicht zu knapp. Vor dem Treffen würde er nur wenig Schlaf kriegen, aber das ging auch. Der Elf bestellte sich ein Taxi und fuhr zu seinem momentanen Arbeitgeber. Das Taxi fuhr ein Mensch, Mexikaner, wie es aussah, und versuchte Lerenthiel in ein Gespräch zu verwickeln.
„Halt einfach die Klappe und fahr mich. Dafür wirst Du auch bezahlt“, schnauzte er den Taxifahrer an und lehnte sich zurück. Und genau in diesem Moment kam eine Nachricht von Cole. Der Text war, wie Cole auch, kurz und bündig geschrieben, ohne viel um die eigentliche Sache herum: Habe Infos zu Auftraggeber. Treffen bei der Mietgarage 027 in Downtown um 11 Uhr. Der Code ist 2842.
Lerenthiel las sich die Nachricht 2 oder 3 mal durch. Irgendwie hatte diese kurze Form etwas effizientes, was durchaus angenehm war. Das bedeutete aber auch, dass Lerenthiel keinen Schlaf bekommen würde. Musste auch so klappen, auch wenn ihm das nicht sonderlich behagte.
Die Fahrt zu seinem Boss dauerte noch eine ganze Weile. Lerenthiel wollte gerade die Augen schließen, als sich sein Kommlink nochmal meldete.
„Verdammt, so beliebt war ich seit der Highschool nicht mehr“, brummte er und nahm ab, ohne auf die Nummer zu achten.
„Hi, Spitzohr. Ich bin's. Hab Dir Deine Infos besorgt.“
„Hey, Kleine. Das ging ja schnell. Was hast Du für mich?“
„Pavel Skarzel hat eine ganz schön dicke Akte. Alles Verdächtigungen wegen Schmuggel und Beschäftigung und Verschleierung von illegalen Aktivitäten. Man konnte ihm aber nie was nachweisen.“
Innerlich stöhnte Lerenthiel auf. Solche Typen waren die Pest bei Lone-Star. Alle wussten, dass der Typ ein Verbrecher ist, aber niemand konnte etwas tun. Zumindest nicht auf legalen Weg.
„Ich hoffe das ist nicht alles, was Du hast.“
„Nein. Da gibt es noch eine interessante Sache, die erst gestern passiert ist. Ich schicke Dir die Bilder und Daten auf Dein Handy. Aber hier die Kurfassung: Es gab eine Schießerei bei den Downtown Docks bei einer Containerfirma von Pavel. Eine Leiche wurde von den dortigen Sicherheitsbehörden gefunden. Ansonsten jede Menge Patronen, um die 300 und viel Blut. Deutet auf 4 Schwerverletzte hin. Es müssten 10 Personen an der Schießerei beteiligt gewesen sein. Schau es Dir mal an.“
„Danke. Bin gerade auf den Weg zur Arbeit. Soll ich Dir auf dem Rückweg eine Portion Nuggets mitbringen?“ Erika liebte die Nuggets, die ein kleiner Laden in der Nähe vom Shark anbot. Sie waren beide schon öfter dort gewesen und haben sich die Dinger ordentlich schmecken lassen. Ihre Reaktion, die aus einem fast sehnsüchtigem Seufzen bestand, war Antwort genug.
„Ich bringe sie Dir morgen ins Büro. Bis dann.“
„Bis dann“, antwortete Erika und nach kurzem Zögern fügte sie hinzu: „Pass auf Dich auf.“
Danach war nur noch das Freizeichen zu hören.

Eine anstrengende Schicht und ein Gespräch mit Cole später saßen die beiden im Layway, einem Cafe, das im 2000er Stil aufgebaut war. Die Decken waren hoch und mit Leuchtröhren versehen, die Stühle aus gepolstertem Holz und die Tische aus Metall. Cole und Lerenthiel hatten jeweils eine Tasse Kaffee vor sich stehen, während Cole eine kleinen Vortrag über Kaffeeröstungen und deren Auswirkungen auf den Geschmack hielt.

Fabi
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Fabi » Di 7. Jun 2016, 12:46

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„Die Geschmacksbasis des meisten Soy-Kaffees den man in der UCAS trinken kann basiert auf trockenaufbereiteten Arabica, mittlere Röstung. Die meisten wissen gar nicht, dass purer Kaffee gar nicht nach Erdbeeren oder Vanille schmeckt, das sind alles nachträglich zugefügte Geschmackstoffe und beim echten Kaffee gibt es noch die Bandbreite an Typ, Aufbereitung und Röstungsgrad“
Cole nahm einen Schluck von seinem Soy-Cappuccino „Zeig mir nochmal die Datei“, er zog sich den Polizeibericht in den Sichtbereich seiner Brille. „Der Typ wird von Staranwälten vertreten, die ihm jeden Prozess gewinnen lassen. Aber die Schießerei gestern, wäre mindestens mal eine Randnotiz in den News gewesen, da haben sich die Bullen bestimmt schmieren lassen“ Er guckte über die Brille zu Shadow und lächelte dreckig. „Ok also da ist eine Containerfirma die Gear Dog gehört, gestern wird diese gestürmt, es kommt zu einer ordentlichen Schießerei, ich meine da sind über 300 verschossene Projektile, es läuft ein bisschen Ketchup und einer bleibt liegen, die Täter sprengen einige Container auf und verschwinden bevor die Bullen eintreffen…“ Er tippte mit dem Finger auf die Tischplatte. „Gear Dog hat etwas was andere wollen. Da sind ja noch diese zwei Zeugen. Gavriel Arslan, irgend so ein Handtuchträger und Paul Roth, die müssen wir heute finden, sonst sind sie untergetaucht oder tot, wenn das nichts bringt müssen wir uns die Leiche ansehen, wie ich sehe haben die Cops alle Obduktionen und Erkennungsverfahren geschwärzt oder ‚vergessen‘, da müssen wir uns auch beeilen sonst schieben sie den Kadaver in die Röhre und dann bleibt nur noch Asche übrig“. Cole lehnte sich weit zurück. Das Café war auf einer verglasten Terrasse gelegen, im 5. Stock des University-Village-Mall. Auf der Rundumverglasung wurde eine Andenpanorama projiziert, mit saftigen Berghängen, Serpentinen und tiefstehender Sonne, hinter der Verglasung lief dreckiges Regenwasser pockennarbigen Beton hinab. Er zog ein Päckchen Zigaretten aus der Manteltasche und zog sich eine raus und warf sie auf den Tisch. „Hier wenn du eine willst“, ein kurzer Mentalerbefehl später, „Es ist gleich 13 Uhr, es ist Zeit für einen Whisky, wo bleiben die anderen beiden?“

Dialog
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Dialog » Di 14. Jun 2016, 00:23

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"Hi. Sorry für die Verspätung", sagte Kable und setzte sich an den Tisch.

Cole waberte blauer Rauch aus dem Mund! er stellte sein Whiskyglas ab und schob einen Datastick über den Tisch.
"Guck dir das an"

Kable nimmt sich den Datastick, holt eine Art Stift aus der Tasche und fängt an den Stick auszulesen. Er Schaut konzentriert auf den Stick während der Inhalt auf seine Brille angezeigt wird.

Lerenthiel schaute in seinen leeren Soycaf-Espresso. Es war schon der dritte, aber viel geholfen hatte der nicht. Etwas müde holte er sich einen neuen und meinte dann zu Cole: "Was hast Du denn herausgefunden? Leg' mal Deine Karten auf den Tisch."
Die Formulierung war bewusst etwas doppeldeutig. Wahrscheinlich würde er nicht seine Pläne offenbaren, aber es war einen Versuch wert. Schlimmer als bisher konnte er eh nicht reagieren.

Cole aschte ab und schaute Lerenthiel kurz durchdringend an. Dann schaute er zu Kable, der gerade die Unterlagen durchsah.
"Leider nicht viel, aber ich kenne einen Pisskopf, der dran arbeitet, dass ich bald mehr weiß. Gear Dog ist aber ne feste Größe, auch in den Schatten. Hat im letzten Jahr angefangen sein Straßengeschäft herunterzufahren. Böse Zungen behaupten nicht weil er sauber werden wollte, sondern weil er angefangen hat mit den großen Fischen zu schwimmen. Was sagst du zu der Polizeiakte?". Er nahm einen Schluck Bourbon und zog laut Luft durch die Zähne ein und schaute Lerenthiel auffordernd in die Augen.

>Und natürlich hat Cole das Wichtigste übersehen<, dachte Lerenthiel mürrisch und hielt dem Blick von Cole stand.
„Was ich dazu sage? Über 300 Projektile an denen sich Schussraten, Bewegungsmuster und der Ablauf zurückverfolgen lassen. Es stand 6 Angreifer gegen 4 Verteidiger. Die Angreifer hatten wahrscheinlich Aks, Granaten und Scharfschützengewehre. Anfänger waren das nicht. Haben versucht die Verteidiger unten zu halten mit dem Scharfschütze und wollten wohl über die Flanken die anderen ausschalten. Hat nicht geklappt. Die Verteidiger waren gut ausgerüstet. Verluste nur auf Seiten der Angreifer, aber dennoch wurden die Container aufgesprengt. Mit C4. Schwerverletzte tendieren dazu lange ausgeschaltet zu sein. Außerdem interessiert mich folgendes viel mehr: Woher wussten die Typen, wo Container von Gear Dog stehen? Die versuchen auch nicht irgendeinen anderen Container aufzubrechen. Sie mussten wissen, wo die Ausrüstung ist, die sie haben wollen. Für mich spricht das für entweder einen Insider oder jemand weiß, wie man Gear Dogs Aktivitäten verfolgen kann. So oder so interessant für uns. Die Zeugen? Wundert mich, dass die was gesehen haben wollen. Wenn 300 Projektile verschossen wurden, dann heißt das für mich, dass die entweder stoned waren, nix gesehen haben oder irgendwie an der Sache beteiligt sind. Das es klein gehalten wird spricht für politischen Einfluss. Auf Bestechungsbasis oder wie auch immer.“
Als Lerenthiel verstummte, sah er, dass er vielleicht ein bisschen zu viel geredet hatte. Aber im Moment war es ihm egal. Wo blieb' nur der Espresso?
„Können wir dann weitermachen, oder willst Du noch länger auf mich starren?“, blaffte Lerenthiel in die Runde, ohne einen der beiden Gesprächspartner direkt anzusprechen.

Coles Auge zuckte dreimal schnell hintereinander und der Blick wurde finster. Er drückte die Zigarette in den Aschenbecher und bohrte sie mit dem Daumen in den Plastikboden, länger als es nötig war, bis der Daumen sich ungut nach hinten bog und ganz weiß wurde. Dann schnappte Cole sich das Glas, schaute noch mal über den Rand zu den Elfen und nahm dann einen großen Schluck. Er knallte das Glas auf den Tisch und sein Blick hellte sich auf, mit normaler Stimme sagte er: "Ok, dann waren diese Splasher höchstwahrscheinlich Schattenläufer. Aber da frag ich mich warum ist Gear Dog jetzt untergetaucht, was haben die da rausgeholt, interessant auch, dass wir jetzt den Job haben ihn zu finden, hängt das damit zusammen?"
Eine kurze Pause in der Cole sich eine neue Zigarette anzündet.
"Aber Docks sind groß und belebt, bei so einer Aktion gibt es immer Zeugen, gerade doch bei so einer Hausnummer. Du meinst also die Zeugen sind nur Dummys im Polizeibericht? "

Lerenthiel machte sich dazu eine geistige Notiz. Cole konnte es anscheinend nicht vertragen herausgefordert zu werden.
>Hey, was machst Du denn da? Du brauchst den noch. Ein wütender Partner ist einer, der Dir in den Rücken schießt. Gerade bei ihm<, dachte der Elf. Vielleicht war er gerade auch einfach müde und daher etwas konfliktscheu. Die letzte Begegnung mit ihm war auch nicht gerade amüsant. So konnte es auf jeden Fall nicht bleiben. Daraufhin bestellte er ein weiteres Glas Bourbon und schob' es in Coles Richtung. Sozusagen als Friedensangebot. Doch es gab eine Grenze und bisher hielt Cole genau darauf zu. Klein beigeben würde Lerenthiel nicht immer. Aber heute war nicht der Tag, um in den Angriff über zu gehen.
"Vielleicht. Herausfinden werden wir es erst, wenn wir uns die Zeugen ansehen. Könnte auch eine Falle sein. Was unseren Auftrag angeht: Ich denke wir sollen beenden, was die angefangen haben. Zuerst waren wir als Backup geplant. Jetzt sind wir die Hauptattraktion."

Cole schürzte die Lippen und tippte zum Dank mit zwei Finger ans Brillengestell, leerte sein Glas und zog das andere zu sich. "Das kann gut sein, es muss aber einen trifftigen Grund geben, dass er jetzt untergetaucht ist. Wenn er beklaut wurde ist es eine Sache, wenn er etwas Wichtiges von jemanden verloren hat eine andere. Also nehmen wir uns heute die Zeugen vor. Kommst du an die Daten der Pissköpfe ran?"
Er schaute zu Kable der immer noch vertief die Unterlagen studierte "Hast du's bald!"

"Habs gleich" antwortet Kable während er grad die Informationen von Parker auf den Datastick kopiert.

Das war natürlich ein weiterer sehr guter Grund. Diese Idee gefiel Lerenthiel auch gut. Wenn er geflohen ist, weil er etwas verloren hatte, dann wurden wir gerade von den Besitzern angeheuert. Auch klar, dass Gear Dog lebend abgeliefert werden sollte. Der Zeitfaktor ist etwas nebulös. Das könnte bedeuten, dass es ein Gerät von hohem Wert ist oder eine Waffe, die rechtzeitig gewartet werden muss. Hoffentlich keine Biobombe.

„Wenn er beklaut wurde, sind wir jetzt die bösen Buben, die ihn zurückschleppen. Das heißt aber auch, dass die Angreifer ein Konkurrenz-Unternehmen sind und uns womöglich angreifen werden. Passt auf, mit wem Ihr darüber redet.“
Danach drehte er sich zu Cable um und meinte: „Wenn Du doch der Matrix-Typ für alles bist, dann hast Du bestimmt etwas herausgefunden. Lass mal hören.“

"Wir haben es hier mit einem Ex-Miltär zu tun. Wahrscheinlich Spezialeinheit. Sein richtiger Name ist Bohuslav Sobotka. Er steht auf mehreren Todeslisten von Terrororganisationen." Noch während Kable redet wirft er den Datastick zurück auf den Tisch.
"Auf den Stick habe ich die Informationen draufkopiert wenn ihr euch die ansehen wollt."
Danach steht er auf und meint "Ich hol mir nen Kaffee will sonst noch wer einen?"

Cole winkte beim Angebot ab,er holte sich den Stick und sah sich die Daten an:

"Pavel Skarzel wurde am 05.11.2010 eigentlich als Bohuslav Sobotka in Opava geboren.
Er beginnt mit 16 Jahren den Militärdienst beim tschechischen Militär und wird zum Fallschirmjäger ausgebildet.
2028 schließt er erfolgreich nach 2 Jahren Dienstzeit, die tschechische Einzelkämpferausbildung ab und bekommt diverse Spezialisten-Lehrgänge bewilligt.
2031 tritt er den internationalen Streitkräften der European Defense Force (EDF) bei, die die dysfunktionale NATO, unter Anbetracht der russischen Invasion Polens und Finnland, ablöst.
In Frankfurt an der Oder ist er bei dem zu teilen erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen die Rote Armee beteiligt.
Nach der erfolgreichen Abschlagung der Panzeroffensive nördlich von Berlin, wird er in eine Kommandoeinheit integriert. Er wird mit seiner Einheit in der Slowakei hinter den feindlichen Linien abgeworfen und kämpft bis zum 6ten Mai 2032 einen Guerillakrieg in den besetzten Gebieten der Slowakei, Tschechien und Polen. Stör- und Sabotageaktion und die Ausbildung, Logistik und Führung von Widerstandsgruppen gehören zu den Aufgaben, am Ende auch groß angelegte Operationen zusammen mit MET2000-Einheiten.
Danach sind die Dateien unvollständig, er überlebt den Nightwrath-Zwischenfall und ist beim Waffenstillstand am 24 Januar 2033 ein hochdekorierter Soldat der EDF.
Nachdem die Allianz für Allah erfolgreich Griechenland und den Balkan im Handstreich einnahm, wird Sobotkas Eliteeinheit für die Verteidigung Kärntens eingesetzt. Bei den besonders brutalen Kämpfen werden chemische und biologische Kampfstoffe eingesetzt.
Nach dem Zusammenbruch der Offensive ist er 2036 mit seiner Einheit bei der Befreiung Griechenlands beteiligt. Hier agiert die Einheit wieder hinter den Linien und führt Attentate auf Anführer und Sabotage gegen die diversen islamistischen Milizen aus.
Ende des Jahres 2036 wird er bei einer Kommandoaktion in den Bergen Serbiens verletzt, sein Bein unterhalb des Knies wird weggeschossen und er gerät in Gefangenschaft. 1,5 Wochen später befreien ihn italienische Spezialeinheiten. Boshuslav Sobotka verbringt den Rest der Eurokriege in einem Lazarett in Bochum und verlässt mit höchsten Ehren, hochdekoriert die EDF.
Durch seine Gefangennahme erfuhren die dschihadistischen Gruppen seine wahre Identität.
2052 immigriert er unter seinen neuen Namen Pavel Skarzel in die UCAS und gründet mehrere Logistik-, Spedition- und verschiedene Dienstleistungsfirmen.
Der Name Boshulav Sobotka steht auf etlichen Todeslisten Islamistischer Milizen und Terrororganisationen. Selbst in einer extremistischen Publikation aus dem Jahre 2068 taucht der Name in Zusammenhang mit den Eurokriegen noch auf. "

„Wahrscheinlich Spezialeinheit ist gut...Der Typ war im Krieg definitiv ein Killer...und scheinbar kein schlechter“ . Er pfiff anerkennend...

„Meinst Du also, dass seine Feinde ihn eingeholt haben?“ Möglich wäre es. Er hat sich wohl zu sicher gefühlt. Vielleicht war er unvorsichtig. Wie dem auch sei, sie mussten ihn finden. Was nicht leicht werden wird. Die Zeugen waren bisher die beste Spur.

Cole musste einige Begriffe in der Matrix nachsehen, er wusste nicht nicht was 'dschihadistisch' ist und kannte sich auch mit europäischer Geschichte nicht aus.
"Das wär's ja jetzt...hat der eine Zeuge nicht so einen Arabernamen“ Er schaute sich die Polizeiakte wieder an. „Gavriel Arslan - die Teppichratte sollten wir als erstes abchecken. Am besten alle gemeinsam, da wir nicht wissen ob es eine Falle ist!"

Die Planung war gut. Diese Leute wussten, was sie taten. Lerenthiel konnte viel dabei lernen, gerade für sein Runner Dasein. Auf einmal fiel dem Elfen etwas auf.
„Sagt mal, wo ist denn der Abgebrochene hin? War der überhaupt da?“
Dass der Zwerg nicht erschienen ist, ließ fast vermuten, dass er sich mit dem Geld abgesetzt hat. Aber so dumm würde er doch nicht sein, oder? Heimlich checkte er, wo sich sein RFID-Tag befand.

„Mmmh - ist schon 12 Minuten zu spät. Hat wahrscheinlich noch ganz klebrige Hände. Und du?...". Er schaute zu Kable. „Bist eher einer von der stillen Sorte? Was sagst du zu dem ganzen Zeug hier? Kannst du uns sagen wo dieser Gavriel wohnt?"

Der Zwerg war in Seattle Renton auf dem Friedhof. Ein sehr symbolischer Ort. Was er da wohl machte? Lerenthiel fühlte sich etwas unwohl dabei, dass der Zwerg so lange weg blieb. Hatte er auch den Tag gefunden und plante nun Rache? Vielleicht eine Gang mitbringen? Etwas beunruhigt trank er seinen Espresso aus und merkte endlich die Wirkung des Getränks.

Kable erwidert den Blick von Cole. "Ich denke dieser Gavriel wäre schonmal ein Anfang. Gebt mir etwas Zeit und ich kann euch sagen wo er wohnt." Er nimmt einen Schluck von seinem Kaffee. "Der Zwerg sollte langsam mal hier erscheinen."

Faszinierend, dass Kable so schnell Adressen rauskriegen kann. Faszinierend und beängstigend. Die Leute mit denen er arbeitete waren keine Amateure.
„Klingt danach, als ob wir uns einig sind. Auf zum, und ich zitiere, „Araber“. Eine Sache noch, sollen wir ihm eine Waffe an den Kopf halten, oder erst freundlich mit ihm reden? Die Informationen wird er vielleicht nicht freiwillig rausrücken, erst recht nicht, wenn er in die Sache irgendwie involviert ist.“

"Du stellst fragen. Ich improvisiere solche Sachen gerne", Cole lächelte finster. "Wer ruft den Zwerg an und fragt ihn wo zur Hölle er bleibt? - Ich bin nicht gut in sowas, also machst du's Shadow?", er aschte seine Zigarette ab. "Wenn Kable uns grünes Licht gibt, sollten wir gleich los, mir scheissegal wo der Liliput bleibt und wenn er bald nichts von sich hören lässt, haben wir einen Namen mehr auf der Liste..."

Das Kommlink wird aus der Tasche geholt und Kable fängt an darauf herumzutippen. Nach einer Kurzen Ladesequenz nimmt er noch einen Schluck von seinem Kaffee. "Unser Araber wohnt in einem Wohnkomplex der Council of American Islamic Relation in Seattle Downtown." Spricht Kable einfach drauf los. "Und als plus obendrauf hab ich seine Kommlinknummer, falls einer von euch ihn anrufen möchte." Er steckt sein Kommlink wieder ein. "Warten wir noch oder machen wir uns auf den weg?"

Das war in der Tat beeindruckend und eine Erinnerung daran, Kable nicht zu viele echte Informationen über sich zu geben, zumindest für Lerenthiel. Der Elf schaute als einzige äußerliche Reaktion kurz in die Runde und trank seinen Espresso aus. Seine Hand fing leicht an zu zittern, vielleicht vom vielen Kaffee oder aus anderen Gründen. Schließllich meinte er betont gelassen:"Ich rufe den kleinen mal an. Aber wir könnten uns auch auf den Weg machen von mir aus."

Cole grinste zufrieden, "Genau so muss es laufen! CAIR also - mmmmh", durch die Kopfbewegegung konnte man erkennen, dass er durch die Brille verschiedene Matrixseiten anguckte. "Ja da bin ich schonmal vorbei gefahren, ist nur 20 Minuten von der Uni entfernt, ist nicht die schlechteste Ecke in Downtown.". Ein Zug an der Zigarette. Dann richtete er sich im Stuhl auf "Alles klar wir sehen uns in 40 Minuten, an dem Kiosk gegenüber. Nehmt mit was ihr braucht, vorallem diese..." er fuchtelte mit der Hand herum. "Das Teil mit den man so ein Splasher anpeilen kann". Dann stand er auf und zog sich die Ärmel seines Ledermantels zurecht. "Hat einer von euch einen Van oder so?". Sein Mund verzog sich zu einem Haifischgrinsen.

"Nein, ich habe keinen Van", meinte Lerenthiel leicht abwesend, während er die Nummer von Dio wählte. Sofort rief er an und die Freizeichen ertönten....

Dialog
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Re: [IP] Rochade

Beitragvon Dialog » Do 30. Jun 2016, 23:27

Dio hasste Beerdigungen.
Er hatte noch nie das Bedürfniss der Italiener nach pompösen Beisetzungen verstanden. Man ging ein riesiges Sicherheitsrisiko ein, nur um zuszusehen wie jemand den man wenn nötig selbst umgelegt hätte unter die Erde gebracht wurde. Und dann immer diese langatmigen Reden von den Pinguinen.
Aber am meisten kotzte ihn an, das er bei dem Wetter Wachdienst schieben musste, während Salvatore in einem gemütlichen Gerichtssahl sitzen durfte um für öffentliches urinieren verurteilt zu werden. Er war sich sicher das er das nur gemacht hatte um sich vor dem Dienst zu drücken.
Während er gerade mit seiner Flugdrohne die Gegend patroulierte, kam eine Nachricht von Domenic. Wurde ja auch höchste Zeit, wenn er pünktlich zum Treffen gegangen wäre, hätte er mit leeren Händen dagestanden.
Die Verfolgung des Elfen hatte auch nichts gebracht. Aber vielleicht hatte die Drohne ein paar interessante Gesprächsfetzen aufgenommen.
Der Priester kam gerade zu einem Ende, als ihm ein Anruf angezeigt wurde. Der Elf wollte wohl wissen wo er bleibt. Seine Arbeit hier war sowieso getan. Er entfernte sich leise vom Begräbniss und ging dann an sein Komlink.
"Bobs Kadaver Bringdienst. Sie überfahren es, wir überbacken es."
"Verdammt, was hat dieser überhebliche Wichtel mir da für eine Nummer gegeben?"
"Wow, du hast wirklich keinen Sinn für Humor oder? Ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, aber du hast gerade wirklich meine Gefühle verletzt."
"Wenn du die Zeit hast beleidigt zu sein, warum bist du dann noch nicht hier? Die Einsatzbesprechung ist vorbei und wir haben einen ersten Vorgehensplan. Hast du einen Van?"
"Als würde ich mich mit so einem Fahrenden inneren Organ abgeben. Mein Auto ist geschlossen und hat genug Platz für uns 4 und ein paar grössere Spielsachen. Und hübsch ist es auch.
Soll ich dich abholen? Dann kannst du mir den Rest unterwegs erzählen."


Lerenthiel schwieg erstmal eine kurze Zeit und schaute dann die anderen an. Dann meinte er:"Okay, hol' uns beim Cafe ab, wo Du eigentlich schon hättest sein sollen um die Uhrzeit. In 15 min am Eingang."
Danach legte der Elf auf und meinte zu den anderen:"Dio kommt mit einem Van-ähnlichen Auto gleich vorbei. Wer noch was haben will, sollte es sich jetzt holen."


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